Arbeitskreis lädt ab 5. September zur „Interkulturellen Woche“ ein

„Miteinander trotz aller Unterschiede“

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Sie laden zur Interkulturellen Woche ein: Kadir Kinik, Uwe Jansen vom Landkreis, Mustafa Balkan, Lydia Oswald, Karlheinz Göbel von der Sparkasse, Natalja Schens, Angela Neuhaus-Klinkosch vom DRK und Eva Brinke-Kriebel.

Korbach - Feste, Lesungen, Vorträge und Gottesdienste: Vom 5. September bis zum 3. Oktober findet in Korbach die erste Interkulturelle Woche statt. Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen setzten sich dafür an einen Tisch.

Ihre Götter haben verschiedene Namen, ihre Wurzeln liegen in verschiedenen Ländern: „Aber es gibt so vieles, was uns verbindet“. Da sind sich Dekanin Eva Brinke-Kriebel und Iman Kadir Kinik einig. Und deswegen sind beide Mitglieder eines neuen Arbeitskreise: Um die erste Interkulturelle Woche in der Kreisstadt auf die Beine zu stellen, haben sich Vertreter der Kirchen, des Landkreises, des Deutschen Roten Kreuzes, der Sparkasse und des Projektes „Migration - Integration - Teilhabe“ (MIT) an einen Tisch gesetzt. Gemeinsam haben sie ein buntes Programm entworfen, mit dem sie die Korbacher zur Begegnung einladen wollen.

„Ein Mal im Jahr gibt es die bundesweite Interkulturelle Woche“, erklärt Lydia Oswald vom MIT-Projekt. In den vergangenen Jahre habe es in Korbach in dieser Zeit immer mal ein Fest gegeben, in diesem Jahr aber soll es erstmals eine ganze Reihe an Veranstaltungen geben. „Wir wollen uns besser kennen lernen und Vorurteile abbauen“, sagt Lydia Oswald. Die Begegnung von Muslimen und Christen und von Menschen, deren Wurzeln in ganz verschiedenen Ländern der Welt liegen, sollen Ängste abbauen und ein friedliches Miteinander fördern.

„Lange Zeit haben alle Seite es versäumt, aufeinander zuzugehen“, stellte Mustafa Balkan vom Türkischen Kulturverein fest, „es wird also höchste Zeit“. Und so beteiligen sich an dem Projekt neben evangelischen und katholischen Christen, auch Spätaussiedler und Türken.

Spannend wird das vor allem am 22. September, wenn alle gemeinsam zu Gottesdienst und Mittagsgebet rund um die Kilianskirche einladen. Um 13 Uhr beginnt ein ökumenischer Gottesdienst in der Kirche, bei dem die Mitglieder der muslimischen Gemeinde zu Gast sind. Anschließend wird zum Mittagsgebet vor die Kirche eingeladen - und zum anschließenden Kulturfest. „Bei allem, was uns unterscheidet, haben wir auch sehr viele Gemeinsamkeiten“, sagt Eva Brinke-Kriebel und bekommt Zustimmung vom Iman.

Der Startschuss zur Interkulturellen Woche fällt bereits am 5. September um 18 Uhr im Bürgerhaus. Dann wird zu einem Vortrag zum Thema „Über die russlanddeutschen Spätaussiedler zum 250. Jahrestag desManifestes der Zarin Katharina II.“ eingeladen. Am Samstag, 14. September beginnt um 16 Uhr in der Moschee ein Kinonachmittag für die ganze Familie. Gezeigt wird der Film „Almanya“.

Zur einer Autorenlesung und zum Gespräch mit dem deutsch-türkischen Schriftsteller Nevfel Cumart wird am 1. Oktober um 19 Uhr ins Bürgerhaus eingeladen. Zum Abschluss der interkulturellen findet am 3. Oktober in der Moschee der bereits traditionelle „Tag der offenen Tür“ statt. Von 11 bis 17 Uhr sind alle Korbacher zur Begegnung eingeladen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Die Sparkasse Waldeck-Frankenberg sponsert die Veranstaltungsreihe.

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