Frühjahrskonzert des Sinfonischen Blasorchesters Korbach/Lelbach begeistert

Mitreißende Orchesterklänge

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Bei „Stars and Stripes Forever“ von John Philip Souza erhoben sich die jungen Musiker von ihren Plätzen.

Korbach - Passend zum prachtvollen Frühlingswetter spielte das Sinfonische Blasorchester Korbach/Lelbach unter der Leitung von Rainer Horn ein Konzert voll prachtvoller Klänge.

Den Auftakt machte Jacob de Haans „Overture Ross Roy“, in deren Verlauf der Komponist die einhundertjährige Geschichte der renommierten Schule in Klängen dargestellt hatte. Posaunenschall und Trommelwirbel standen am Anfang des Wegs durch die Geschichte der Villa in Bris- bane. Und da Holz eine wesentliche Rolle bei der Ausstattung und Einrichtung des Gebäudes spielt, legten sich Klarinettentriller über das gewichtige Fundament. Der Wechsel von Klarinetten und Flöten illustrierte das Wachstum des Hauses bis zur lichten Dachkonstruktion. Auf lebhafte Schülerstreiche folgte zuletzt der triumphale Ausmarsch einer Marching Band mit voller Kapelle.

„Ross Roy“ bot Sinfonische Blasmusik auf höchstem, aber gewohntem Niveau, bei der nächsten Komposition war dagegen erst einmal Umhören angesagt. Während die Musiker auf ihren nächsten kurzen Einsatz in der „Rhapsody for Percussion and Band“ warteten, fesselte während der drei ausführlichen Kadenzen Solist Theo Piskorz ihre Aufmerksamkeit. Auch das Publikum lauschte gebannt den Improvisationen mit afrikanischem Instrumentarium, zumal es der Solist zunächst sehr, sehr leise angehen ließ.

Im zweiten Satz hatten das Komponistenduo John Beck und Don Jones einen spannenden Trialog für Marimba, Trompete und Piccoloflöte geschrieben. Alexandra Jost und Walter Loos erwiesen sich als kompetente Gesprächspartner für Theo Piskorz, der zum Swing-Finale mit voller Kapelle an die große Schießbude wechselte, ehe er das Startsignal für die Bigband gab.

Lateinamerikanische Klänge bestimmten zunächst den Auftritt des Samstag-Morgen-Orchesters unter der Leitung von Michael Kuhaupt, der das um Wiedereinsteiger verstärkte Juniorenensemble mit dem „Soul-Bossa-Nova“ von Quincy Jones beginnen ließ und mit „Livin la vida loca“ fortführte. „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller bildete das sanfte Herzstück.

In seiner Ansage hatte Conférencier Thomas Korte den Musikern mehr als ein Kompliment gemacht, denn etliche Samstagmorgenmusiker werden nach den Sommerferien ins große Orchester übernommen. Für „Stars and Stripes Forever“ von John Philip Souza erhoben sich die jungen Musiker von ihren Plätzen und nahmen zur heimlichen Hymne Haltung an.

Mit einem gemeinsamen Auftritt und zwei überaus beliebten Stücken eröffneten beide Orchester die zweite Hälfte, entsprechend begeistert war der Beifall für „Ich war noch niemals in New York“ und „Oh Happy Day“.

Großartige leichte Klassik in Arrangements für Sinfonisches Blasorchester standen beim letzten Teil auf dem Programm. Franz von Suppés „Leichte Kavallerie“ im Arrangement von Henry Fillmore eröffnete den letzten Block. Zwischen dem ersten Trompetensignal und dem stürmischen Schlussgalopp boten sich den einzelnen Stimmen schon etliche Gelegenheiten, sich hervorzutun.

Angesichts des begeisterten Beifalls waren zwei Zugaben geradezu unvermeidlich geworden. Eine mitreißende Interpretation des ungarischen Tanzes Nummer fünf forderte das zweite Encore geradezu heraus: Mit dem zweiten Teil der Fledermaus-Fantasie klang das Frühlingskonzert aus.

Endgültig verklungen ist das große Klassik-Finale damit noch lange nicht. Brahms, Strauß und von Suppé sind ein prominenter Teil des Open Airs im Korbacher Stadtpark am Freitag, 18. Juli, mit den Vokalsolisten Larissa Niederquell, Vera Filipponi und Thomas Schwill. (ahi)

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