Hanse zeigt sich zufrieden

Mittelalterlicher Markt in Korbach zieht zehntausende Besucher an

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Nicht nur beim altmodischen Riesenrad ging es rund: Zehntausende Gäste besuchten den Mittelalterlichen Markt, viele strahlten wie Greta und Tillmann.

Im Augenblick, in dem Besucher auf dem Mittelalterlichen Markt ankommen, tauchen sie in eine andere Zeit ein: Figuren stechen mit historischen Gewändern und wildem Haar aus der Menge hervor und laden zu Gesprächen über fast vergessene Handwerke ein. Da warnen auch schon die Schützen von „Bellicum Montanum“ aus Landau, dass gleich nicht mehr Musik und Räuchermischung in der Luft liegen, sondern der laute Knall der Musketen und der Geruch von Schwarzpulver. Es ist ein Spektakel, das da wieder zwei Tage lang in die Korbacher Fußgängerzone und die Altstadt lockte.

Bei sonnigen Wetter besuchten Zehntausende den Markt, zu dem die Korbacher Hanse eingeladen hatte. Überall fanden die Besucher etwas zum Staunen: Dazu gehörten allerlei deftige und süße Leckereien, Marktbier und Met für durstige Kehlen, historische Aufführungen heimischer Gruppen und ein Kinderprogramm, das mit handbetriebenen Fahrgeschäften, Ritter-Ausbildung und Ausritten auf Rössern mit Wappenrock völlig analog klar kam.

Was so ansprechend daran ist, sich für ein paar Tage mittelalterlichen Traditionen zu widmen, erklärt Antje Steller von der Korbacher Gruppe Strack Duer, die einem interessierten Publikum altes Handwerk zeigt: „Es erdet einen ein bisschen.“ 

eine Folterwaren die Aufführungen der Gruppe St. Regina der Schützengilde vielleicht für Übeltäter wie den panschenden Wirt (Fabian Schäfer, rechts) – für die Gäste war die Truppe um (von links) Jan Hendrik Schäfer als Richter, Christoph Seebold als Gehilfen und Holger Stade als enthusiastischen Folterknecht Quasimodo ein Garant für Lacher

Auch Doris Klein als Räucherhexe, Falk Klein als Waldschrat und Anna Hutter als Wildkräuterweib entführten in vergangene Zeiten und zeigten ihren heutigen Wert auf: Es sei eine Gelegenheit, vergessene Kräuter wie Herzgespann wieder bekannt zu machen. Und die Räuchermischung „Wacher Geist“ hilft dabei, vor lauter kulinarischen Genüssen nicht müde zu werden, heißt es mit einem Schmunzeln.

Am verkaufsoffenen Sonntag zeigte die Hanse sich zufrieden, Vorsitzender Jürgen Tent vermeldete Besucher aus einem weitem Umkreis zwischen Kassel, Gießen und Höxter. Es gelinge, auch über das Internet ganz neue Leute anzusprechen, fügte Harald Henkel hinzu: „Am Samstag haben wir so viel verkauft, dass die Ware knapp wurde.“

Hobby als "Erdung": Altes Handwerk und seine Wirkung zeigte die Gruppe Strack Duer an der Nikolai-Kirche.

Auch Textilhändler Jürgen Lenz zeigte sich zufrieden, Temperaturen von fast 20 Grad hielten die Gäste nicht davon ab, Herbstmode zu kaufen. Zudem bewähre sich die räumliche Umgestaltung in der Fußgängerzone, es sei nicht mehr so ein Gedränge. Auch Schuhhändlerin Silke Kunstmann-Kleine freute sich über gute Verkäufe, gerade am Samstag.

Fotos zum Mittelalterlichen Markt in Korbach: Der Sonntag

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