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Mobilfunk: Korbacher Stadtverordnete ziehen Resolution aus dem Jahr 2004 zurück

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Von: Lutz Benseler

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Eine Resolution aus dem Jahr 2004 hat bislang weitere Mobilfunkmasten in Korbach verhindert. Die Stadtverordneten haben das Papier nach fast 20 Jahren jetzt einstimmig zurückgezogen.
Eine Resolution aus dem Jahr 2004 hat bislang weitere Mobilfunkmasten in Korbach verhindert. Die Stadtverordneten haben das Papier nach fast 20 Jahren jetzt einstimmig zurückgezogen. © Julian Stratenschulte/dpa

Die Stadtverordneten haben jetzt eine Resolution von 2004 wieder aufgehoben, in der sie sich gegen den Bau neuer Mobilfunkmasten ausgesprochen hatten. Denn diese blockiert den weiteren Ausbau.

Korbach – So ändern sich die Zeiten: Heute ärgern sich die Korbacher über Funklöcher im Mobilfunknetz, vor 20 Jahren fürchteten noch viele Gesundheitsgefahren durch die elektromagnetische Strahlung. Die Mehrheit war 2004 groß: Bei 30 Ja- und zwei Nein-Stimmen hatten die Stadtverordneten die Resolution zum Thema Mobilfunkstandorte in Korbach beschlossen. Ziel des Papiers: Weitere Standorte in Korbach sollten verhindern werden, bis fundierte Erkenntnisse zu den gesundheitlichen Gefahren vorliegen.

„Auch in Korbach sinkt der Anteil der Befürworter dieser Technik und eine latente Gefahrenvermutung verbindet sich mit jedem neuen Standort“, heißt es in der knapp 20 Jahre alten Resolution. Außerdem sei in der Mobilfunkversorgung in Korbach eine Sättigung zu verzeichnen, ein weiterer Ausbau daher nicht dringend notwendig.

Knapp 20 Jahre später bewertet die Stadt die Lage ganz anders: Nachfrage, Erwartungen und Nutzungsmöglichkeiten würden deutlich anders aussehen. Der Bedarf an mobilen Daten wachse stetig. „Die fortschreitende Digitalisierung als einer der wichtigsten weltweiten Trends der kommende Jahre hat große Auswirkungen in allen Gesellschafts- und Wirtschaftsbereichen und auch im Tourismus“, heißt es in der Vorlage für die Stadtverordneten.

Die Stadt verweist darauf, dass es inzwischen neue gesetzliche Auflagen für Mobilfunkmasten gibt, was die elektromagnetische Strahlung betrifft. Außerdem gebe ist bisher keine wissenschaftliche Studie, die ein Gesundheitsrisiko bei der Einhaltung der international empfohlenen Grenzwerte nachweise. Die Resolution habe unterdessen einen weiteren Ausbau in Korbach blockiert.

„Die Betreiber haben drum gebeten, diese Haltung zu überdenken“, erklärte Hauptamtsleiter Karl-Helmut Tepel. Korbach habe laut der großen Telekommunikationsunternehmen weiteren Ausbaubedarf im Bereich der LTE-Technologie (4G). Außerdem sei absehbar, dass für den Aufbau der 5G-Technologie das bestehende Netz zunehmend erweitert werden müsse. Einstimmig bei einer Enthaltung votierten die Stadtverordneten für die Rücknahme der Resolution.

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