Vöhl

Motel in Dorfitter versteigert

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- Vöhl-Dorfitter (resa). Rechtspfleger und Sparkasse hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben: Dreimal war die Zwangsversteigerung von Gebäude und Grundstück in Dorfitter in den vergangenen zwei Jahren gescheitert. Nun bekam Rolf Albrecht den Zuschlag.

Das heruntergekommene Motel entgeht kaum einem Autofahrer, der auf der B 252 in Dorfitter unterwegs ist. Seit mehr als drei Jahren verfällt das Gebäude an der Ortsdurchfahrt. Damals hatte der Besitzer Pleite gemacht. Bereits dreimal versuchten Sparkasse und Gericht, das 3101 Quadratmeter große Haus samt Gelände und dem angrenzenden Parkplatz zu versteigern. Es hatte Interessenten gegeben, die aber entweder unter der gesetzlichen Wertgrenze geboten hatten oder nicht genug, um die Sparkasse zufriedenzustellen.

Im vierten Anlauf schien es am Freitag im Korbacher Amtsgericht so, als hätten alle Interessenten die Segel gestrichen. Ein möglicher holländischer Investor war gar nicht mehr gekommen. Die gesetzlichen Wertgrenzen galten nicht mehr, das Mindestgebot lag nur noch bei 7443 Euro – bei einem Verkehrswert für Gebäude und Grundstücke von rund 147 000 Euro. Dann hob plötzlich Rolf Albrecht seinen Arm und gab ein erstes Gebot ab. Zweimal musste er noch mit der Vertreterin der Sparkasse verhandeln und danach sein Gebot erhöhen, bis diese zustimmte. Für 32 500 Euro bekam er schließlich den Zuschlag.

„Ich freue mich sehr, dass es geklappt hat“, betonte Albrecht anschließend gegenüber WLZ-FZ. In Dorfitter ist er kein unbekannter: Vor einigen Jahren kaufte er bereits das benachbarte Grundstück samt Immobilie und sanierte das alte Gebäude, das lange Jahre leer gestanden hatte. „Es ging bei unserem Gebot auch um den Wunsch, den unschönen Fleck im Ort wieder in Ordnung zu bringen“, erklärte er. Das ehemalige Motel grenzt direkt an sein Haus und in den nächsten Wochen will seine Frau an der Korbacher Straße einen eigenen Frisörsalon eröffnen. „Da haben wir uns einfach eine schönere Nachbarschaft gewünscht“, so Albrecht.

Und die will er nun selber gestalten: „Wir wollen wieder Gastronomie anbieten und einige Fremdenzimmer“, sagt Rolf Albrecht. Auch eine Fahrschule sei möglich. Bis dahin bleibt für den neuen Besitzer viel zu tun – denn sowohl Fassade als auch Innenräume haben unter dem langen Leerstand gelitten.Eine kleine Hürde gilt es für den neuen Besitzer aber noch zu nehmen: In den nächsten vier Wochen können gegen den Ausgang der Versteigerung noch Rechtsmittel eingelegt werden.

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