Günther Birkenstock zieht nach 25 Jahren DRK-Schuldnerberatung Bilanz

„Es müssen alle Karten auf den Tisch“

Korbach - Wer zu ihm ins Büro kommt, der hat von einem zu viel: Sorgen. Und vor allem von einem viel zu wenig: Geld. Günther Birkenstock ist Waldecks Peter Zwegat – aber mit ganz eigenem Stil.

Alles beginnt mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. 1986 kommt der studierte Psychologe zum DRK, soll hier die „sozialen Dienste“ aufbauen. Schon ab dem ersten Tag sucht er nach zusätzlichen Aufgaben. Als er in der Landeszeitung von einer Lücke bei der Schuldnerberatung erfährt, macht es klick. „Die nächste Stelle war in Kassel“, erinnert er sich an die Ausgangslage.

Also packt er Stift und Zettel und besucht die Kollegen. Mit frischen Ideen zurück muss er allerdings die nächste Hürde nehmen: die Finanzierung. „Es gab massive Widerstände“, erinnert sich Birkenstock. 20000 Mark macht schließlich der Landkreis locker. Das ablehnende Schreiben der CDU-Fraktion hat er noch immer im Aktenordner. „Außer von den Grünen gab es von politischer Seite keine Unterstützung oder Rückmeldung.“

Auch heute noch arbeitet Birkenstock eher im stillen Kämmerlein. „Zahlungsunfähigkeit“ trägt kaum jemand öffentlich vor sich her, weiß Birkenstock. An seiner Wand im Büro hängen einige Dankesschreiben von ehemaligen Klienten. Das Wort „Danke“ taucht in jedem Brief auf. (den)

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Mittwoch, 29. Februar.

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