Vöhl will Linie des Anrufsammeltaxis auf die Strecke nach Asel-Süd erweitern

„Müssen Gemeinde weiterentwickeln“

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Das Anrufsammeltaxi (AST) soll künftig auch zur Sportjugend, dem Albert-Schweitzer-Camp und Asel-Süd fahren.

Vöhl - Eine Anrufsammeltaxi-Linie nach Asel-Süd wünschen sich SPD und CDU in Vöhl - und stellten deswegen einen gemeinsamen Antrag. Die Gemeinde müsse aber nicht auch noch die Anfahrt der Touristen mitfinanzieren, hieß es unterdessen bei der FWG.

Zum Sportjugendcamp nach Harbshausen fährt kein Bus, auch wer nach Asel-Süd will, darf nicht auf den öffentlichen Nahverkehr zählen. „Damit ist diese Strecke eine der wenigen am Edersee, die nicht erschlossen sind“, beklagte Sven Bökenschmidt von der SPD. Und deswegen beantragten die Vöhler Sozialdemokraten gemeinsam mit der CDU während der Gemeindevertretersitzung am Montagabend die Erweiterung der AST-Linie.

Am Camp der Sportjugend Hessen, am Albert-Schweitzer-Camp und in Asel-Süd sollen Haltestellen eingerichtet werden. „So kommen Wanderer, andere Urlauber und Einheimische endlich von A nach B“, argumentierte Bökenschmidt.Gemeinsam mit der Energie Waldeck-Frankenberg, die für die AST-Taxis verantwortlich zeichnet, und dem Landkreis haben die Parlamentarier in den vergangenen Wochen über die Erweiterung der Strecke beraten. Rund 3000 Euro würde die Einrichtung der Haltestellen kosten. „Die EWF prognostiziert uns außerdem Mehrkosten von 2500 Euro im Jahr“, so Bürgermeister Harald Plünnecke. Insgesamt 60000 Euro sind im Vöhler Haushalt 2012 für die Beteiligung am AST ohnehin eingeplant.

Während SPD und CDU die Erweiterung der Strecke befürworteten, regte sich bei den Freien Wählern Protest: „Für unsere Mitbürger in den Randgebieten ist das Anrufsammeltaxi sinnvoll“, befand Harald Koch (FWG), „aber wir müssen als Gemeinde doch nicht die Urlaubsfahrten der Touristen bezuschussen.“ Und eben um die gehe es doch auf der Strecke nach Asel-Süd und den Haltepunkten an den touristischen Zielen. Wenn nötig, solle die Ederseetouristik ein Verkehrskonzept für Touristen erarbeiten, regte er an.

SPD, CDU und Bürgermeister hielten dagegen: „Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, befand Plünnecke. Alleine im Sportcamp seien im vergangenen Jahr 12000 Übernachtungen gezählt worden. „Und auch die Gemeinde profitiert von diesen Gästen“, befand der Bürgermeister. Im Gegensatz dazu sei die Investitionssumme verhältnismäßig gering.

„Außerdem müssen wir unsere Gemeinde stetig weiterentwickeln“, betonte Volker König (SPD), „und wir müssen daran denken, dass es auf dieser Strecke bisher gar keine Möglichkeit gibt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen“. Mit der Erweiterung könnten nun Worten auch Taten folgen. Mit einer Gegenstimme beschlossen die Gemeindevertreter die drei neuen Haltestellen - außerdem sollen die bereits beschlossenen Haltestellen in Asel und an der „Hohen Fahrt“ endlich eingerichtet werden. (resa)

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