Langjähriger Leiter der Rock-AG und des Schulchores

ALS-Musiklehrer Bernhard Uteschil geht in den Ruhestand

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Am Puls der Zeit bleiben , das will der Lehrer Bernhard Uteschil bei der Arbeit mit Schülern und in der Kirchenmusik. Neben Pop und Rock weiß er auch klassische Musik zu schätzen. Sein Lieblingskomponist ist Johann Sebastian Bach, sagt er.

Korbach. Musik war seine erste Liebe. Und noch immer sind da dieses Kribbeln im Bauch und die Gänsehaut am Körper, wenn er seine Lieblingsinterpreten hört oder große Kirchenorgeln bespielt.

Bernhard Uteschil ist ein Musiker mit Leib und Seele, der seine Begeisterung jahrelang auf seine Schüler übertragen hat. Jetzt geht der Lehrer in den Ruhestand.

Für Generationen von Schülern und Lehrerkollegen ist Bernhard Uteschil als Rockmusiker an der Alten Landesschule bekannt. Doch der Pädagoge, der auch Chemie unterrichtet, schätzt und spielt auch leidenschaftlich gerne Klassik. Ganz gleich, welcher Stil und welche Epoche – er mag Musik, sofern sie gut ist, sagt er.

„Musizieren fiel mir immer leicht“, sagt er und erinnert sich an die Sonntage, an denen er als Junge neben seiner Schwester am Klavier spielte. Von seinem Vater lernte er auch Geige, später brachte er sich Gitarre, Bass und Schlagzeug bei. „Ich habe die Stücke schnell im Ohr und kann sie in Akkordsymbole umsetzen.“

Etliche Schulkonzerte, Chorfahrten, Auftritte der Rock-AG und die jährliche Lehrerhitparade an der Alten Landesschule hat Bernhard Uteschil geprägt. Als er 1982 als Referendar an das Gymnasium kam, gab es dort drei Flügel im Musikraum – „für mich ein Traum“, sagt er. Der Pianist und Organist, der aus Siegen stammt, lebte sich im für ihn bis dahin unbekannten Korbach gut ein – und blieb. 1983 gründete er den Schulchor. Zwei Jahre später die Rock-AG, auch auf Wunsch der Schüler, erinnert er sich. Doch das gelang nicht ohne Widerstände. Bei Auftritten waren die Schüler begeistert. „Viele Lehrer aber schüttelten mit dem Kopf.“

Coversongs beliebter Rock-Bands

Zu rockig, zu modern, zu laut war vielen das, was Bernhard Uteschil initiiert und was sich seitdem bewährt hat. „Die Rock-AG war ein Knaller.“ Zeitweise kamen 30 Schüler zum Musizieren und Singen. David Bowie, Pink Floyd, die Rolling Stones. Coversongs beliebter Rock-Bands wurden unter Uteschils Anleitung eingeübt und vorgespielt. So ist es bis heute. Jeden Dienstag probt die Schülerband für Auftritte wie zum Beispiel bei der Verabschiedung der Abiturienten. Da stellt er sich auch auf aktuelle Musik ein. „Man muss die Schüler da abholen, wo sie stehen. Dann kann man eine große Bandbreite an Kultur vermitteln.“

Der 63-Jährige will seine Lehrer-Laufbahn nun beenden, vor allem wegen gesundheitlicher Einschränkungen. Er möchte mehr Zeit für sich und auch für seinen Sohn und drei Enkelkinder haben. Solche Zeit kam bei seiner Tätigkeit als Ausbilder am Studienseminar in Marburg oft zu kurz. Viele Fahrten ins Marburger und Gießener Land waren damit verbunden, berichtet er, ebenso die Betreuung der Referendare an der ALS. An der Schule wird man ihn vermissen. Aber ein Nachfolger für die Rock-AG sei in Aussicht, freut sich Uteschil.

Der Musik wird sich Uteschil natürlich weiterhin widmen. Mindestens als Organist und als Chorleiter in der Sankt-Marienkirche. Sein Traum: Saxofon lernen.

Doch mit der Schule wird er stets intensive Erinnerungen verbinden. So wird er wohl auch immer mal wieder die Melodie des Evergreens von John Miles im Ohr haben, das er 2003 bei der Lehrerhitparade sang. Für ihn der beste Auftritt. „Music was my first love. And it’ll be my last.“

Einen Auftritt hatte die Rock-AG jüngst bei der Verabschiedung der Abiturienten.

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