Vom Schüler zum Lehrer zum Schulleiter

Nach 17 Jahren als Leiter der Alten Landesschule: Robert Gassner geht in Ruhestand

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Geht in den Ruhestand: Robert Gassner (65), seit 2003 Schulleiter der Alten Landesschule in Korbach.

Vom Schüler zum Lehrer zum Schulleiter: Fast sein ganzes Leben ist Robert Gassner eng mit der Alten Landesschule in Korbach verbunden. Jetzt geht der 65-Jährige in den Ruhestand.

Korbach – Es hätte auch alles anders kommen können: Als Junge träumte Gassner davon, Archäologe zu werden und eines Tages kam der Grundschüler seinem Berufswunsch ganz nah. „Ich hatte von Ausgrabungen am Hünenkeller in Lengefeld gehört. Mein Vater fuhr mit mir zusammen auf dem Fahrrad dorthin.“ Er fragte die Forscher, ob er helfen dürfe – und bekam eine Kelle in die Hand gedrückt.

Der Berufswunsch sorgte später auch mit dafür, dass Gassner für die letzte humanistische Klasse mit den Fächern Latein und Altgriechisch an der Alten Landesschule empfohlen wurde. „Wir waren 15 Schüler, nur sieben davon haben am Ende das Abitur gemacht“, erinnert er sich.

Die ersten Jahre an der ALS habe er mit den Noten zu kämpfen gehabt, sagt Gassner. Dann kam die Wende: „Ab der 9. Klasse bekam ich immer ein Buch als Klassenbester geschenkt.“ Was letztlich der Auslöser war für das plötzliche Leistungshoch, das kann der Pädagoge gar nicht genau sagen. Aber: „Schule hat mir immer Spaß gemacht und das begünstigt eine Spirale nach oben.“

Der Schüler Gassner arbeitete in der Foto-AG mit, half ehrenamtlich in der Lektüre-Bücherei der Schule und gab schließlich auch Nachhilfe, meistens in Mathematik. „Da habe ich die Freude daran entdeckt, anderen etwas zu erklären.“

Nach dem Abitur war er 18 Monate als Zeitsoldat in Wolfhagen stationiert, anschließend studierte Gassner in Marburg Mathematik und Chemie auf Lehramt und nahm nach der Zwischenprüfung noch katholische Religion hinzu. Im Anschluss an das Referendariat an der Stiftsschule Amöneburg ging es 1983 zurück in die Heimat. „Das war mir wichtig aufgrund meines ehrenamtlichen Engagements in Korbach.“

Gassner trat zunächst zwei halbe Stellen an der Alten Landesschule und der Christian-Rauch-Schule in Bad Arolsen an. Zeitweise unterrichtete er auch Religion an den beruflichen Schulen, bevor er schließlich ganz an die ALS ging. „Die meisten Lehrer kannten mich noch und ich wurde ganz selbstverständlich im Kollegium akzeptiert.“

Schnell übernahm er erste Verwaltungs- und Leitungsaufgaben: Ab 1986 arbeitete er am Stundenplan mit, elf Jahre lang war er Fachsprecher Chemie. 1995 übernahm er die Aufgaben des stellvertretenden Schulleiters, 2001 wurde er zum Studiendirektor befördert und als Karl-Heinz Keudel 2003 in den Ruhestand ging, übernahm Gassner nahtlos.

Elf Jahre Baustelle prägten Gassners Zeit als Schulleiter: In mehreren Abschnitten wurde die Alte Landesschule grundlegend saniert und erhielt eine neue Aula und Mensa. „Das hat mich schon einige graue Haare gekostet, aber es hat sich gelohnt.“

Meilenstein war die Entwicklung zur Ganztagsschule, eher holprig der Weg vom neunjährigen Gymnasium (G9) zum achtjährigen (G8) und wieder zurück. Was ihn aber besonders beeindruckt: „Unsere Lehrer sprechen immer wieder darüber, wie sie ihren Schülern helfen können – ohne auf dabei die Uhr zu schauen – und ringen förmlich um sie. Das sind für mich pädagogische Sternstunden.“

Und das gibt Robert Gassner der neuen Schulleitung mit auf den Weg: „Ein gutes Schulklima als Grundlage für gute inhaltliche Arbeit.“

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