Bisher keine Erkenntnisse zu Verfasser der Mail

Nach Bombendrohung an ALS: Taschenkontrollen am Morgen danach

+
Taschenkontrollen am Schuleingang: Am Tag nach der Bombendrohung kontrollierten junge Polizeibeamte in Zivil Taschen und Rucksäcke aller Schüler. 

Korbach. „Zügig und besonnen“ sei die Evakuierung gelaufen, „das vermittelt ein Gefühl der Sicherheit“, sagte Robert Gassner, Leiter der Alten Landesschule (ALS), am Tag nach der Bombendrohung an dem Korbacher Gymnasium. Vor Schulbeginn am Donnerstag kontrollierten Polizeibeamte in Zivil die Taschen und Rucksäcke aller Schüler, dann begann für die Jugendlichen wieder der Alltag.

„Wir wollen keine Angst schüren“, sagte Polizeisprecher Jörg Dämmer. Deshalb seien für die Taschenkontrollen bewusst junge Kollegen ausgewählt worden, die – wie auch die anderen Beamten am Donnerstagmorgen – in Zivil gekleidet waren. Die Taschenkontrollen seien „eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme“, so Dämmer. Gefunden wurde nichts.

Wie berichtet, war die gesamte Schule bereits am Mittwoch von der Polizei durchsucht worden. Weitere Aktionen waren am Donnerstag nicht geplant. Neue Erkenntnisse zum Verfasser der Mail, in der am Mittwochmorgen eine Bombenexplosion angedroht wurde, gibt es bislang nicht, so Dämmer. Diese seien auch so schnell nicht zu erwarten, sagte Polizeisprecher Volker König. Einen Zusammenhang mit einer Amokdrohung an einer Kasseler Schule am Mittwoch gebe es bisherigen Erkenntnissen nach nicht.

Staatliches Schulamt schickt Psychologen

Bereits am Mittwoch hatte das Staatliche Schulamt zwei Psychologen geschickt, die für Gespräche mit Schülern zur Verfügung standen. In Anspruch genommen wurde das Angebot allerdings nicht, sagte Robert Gassner. Auch am Tag nach der Drohung waren eine Schulpsychologin sowie die Schulsozialarbeiterin vor Ort. Hatten Schüler in den Klassen das Bedürfnis, über die Bedrohung zu sprechen, konnten sie das auch gemeinsam mit den Lehrern machen, so Gassner.

Der Schulleiter lobte das Vorgehen seiner Kollegen und der Polizei, alles sei vorbildlich gelaufen. So seien beispielsweise schnell Getränke organisiert worden für die Schüler, während sie auf dem Paul-Zimmer mann-Sportplatz ausgeharrt hätten. Das Vorgehen in solchen Bedrohungssituationen sei genau festgelegt, ebenso der Text für die Durchsage an Schüler und Lehrer, die am Mittwochmorgen kam. Dies sei Klartext gewesen, aber nicht alarmistisch.

Das sagen Schüler und Eltern

Die Taschenkontrollen kann sie verstehen, „man muss ein Zeichen setzen, es muss anders sein als an anderen Tagen“, sagte Melanie Lehmann, Mutter eines Fünftklässlers, am Donnerstagmorgen. Dass alles ruhig ablief während der Evakuierung, berichteten Schülerinnen der Beruflichen Schulen, die Räume der ALS nutzen. Chaos habe es nicht gegeben. Sie hatte das Blaulicht an der Schule gesehen und sich Sorgen gemacht, berichtete eine Mutter, die ihren Namen nicht nennen wollte. Ihre Tochter, eine Siebtklässlerin, ging am Donnerstag mit einem „mulmigen Gefühl“ in die Schule.

Per Mail kam am Mittwochmorgen die Bombendrohung an die Alte Landesschule, die daraufhin evakuiert und durchsucht wurde. 

Bildergalerie: Bombendrohung an der ALS in Korbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare