"Studio" in Willingen bleibt vorerst geschlossen

Nach Corona-Lockerungen: Kino "Cine K" in Korbach öffnet wieder

Kinobetreiber Jörg Wahhab vor dem Cine K in Korbach. Das Kino öffnet am 16. Juli wieder.
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Kinobetreiber Jörg Wahhab vor dem Cine K in Korbach. Das Kino öffnet am 16. Juli wieder.

Nach weiteren Corona-Lockerungen für Kinos öffnet das "Cine K" in Korbach in der nächsten Woche wieder, das "Studio" in Willingen bleibt vorerst zu. 

Seit gestern sind die Corona-Beschränkungen in Hessen weiter gelockert. Unter anderem dürfen mehr Besucher in einen Kinosaal als zuvor. Damit können sie wirtschaftlicher arbeiten – in der Theorie. Doch die Betreiber in Korbach und Willingen plagen gerade ganz andere Sorgen als die Abstände von Sitzplätzen: Die Blockbuster fehlen in diesem Sommer.

Der Betrieb im „Cine K“ in Korbach läuft in der kommenden Woche wieder an. „Wir werden regulär am 16. Juli wieder öffnen“, sagt Inhaber Jörg Wahhab. Gruppen von maximal zehn Personen können Karten für zusammenliegende Sitzplätze kaufen, zu allen anderen jeweils ein Platz frei.

Schon am 12. Juli zeigt das „Cine K“ für Kinder den Animationsfilm „Paw Patrol: Mighty Pups“. Das Abenteuer um die jungen Hunde und ihren menschlichen Anführer läuft nachmittags mit jeweils 20 Minuten Abstand in allen Sälen. Für den Sommer erwartet die Korbacher allerdings ein abgespecktes Kinoprogramm: „Es wird weniger Vorführungen als gewohnt geben, weil zurzeit noch wenige Filme neu anlaufen“, sagt Wahhab.

Der Sommer wäre eigentlich ganz gut geworden“, so der Kinobetreiber. Straßenfeger wie der neue „James Bond“ hatten auf volle Kinos hoffen lassen. Doch der Virus hat die Saison platzen lassen. Disney beispielsweise hat gerade den weltweiten Kino-Start wegen der anhaltenden Corona-Pandemie in den USA ein zweites Mal in Richtung Herbst verschoben. Trotzdem will Wahhab in der kommenden Woche öffnen: „Wir müssen ein Zeichen setzen“, sagt er.

Sein Willinger Kollege Friedrich Bähr hat eine andere Entscheidung getroffen: Die Studio-Kinos im Besucherzentrum bleiben vorerst zu, weil die Verleiher in den nächsten Wochen keine umsatzstarken Filme starten. Und mit Streifen, die bereits vor der Corona-Krise angelaufen sind, will Bähr das Programm nicht bestreiten. „Das ist wie ein Bäcker, der seinen Laden öffnen, aber nur altes Brot verkaufen darf“, beschreibt er die aktuelle Situation.

Die Filmindustrie macht es den Kinos in der Corona-Krise nicht gerade leicht: Für „Spongebob Schwammkopf: Eine schwammtastische Rettung“, von dem sich die Lichtspielhäuser gute Umsätze versprochen hatten, ist der Kinostart komplett gestrichen: Der Film soll Anfang 2021 in Streaming-Portalen wie Netflix erscheinen. „So werden dem Kinomarkt lukrative Filme entzogen“, sagt Bähr. Besorgniserregend seien auch Pläne, Kino-, DVD- und Streaming-Start auf einen Tag zu legen. „In der Corona-Krise ist ein Geschäftsmodell ins Wanken geraten“, sagt der Kinobetreiber, „das sind Perspektiven, die viele Fragezeichen hinterlassen.“

Bähr veranstaltet auch das Kino in der Wandelhalle in Bad Wildungen, doch die Resonanz beim Publikum sei bislang „bescheiden“, berichtet er. Gemeinsam mit Jörg Wahhab hatte er in den vergangenen Wochen auch das Autokino in Korbach betrieben – mit anfangs guter Resonanz. Doch der Hype sei wieder abgeebbt.

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