Zu Besuch beim Eigenbetrieb in Korbach, dessen Mitarbeiter die Feuerwehr-Ausrüstung wieder instand setzen

Nach dem Großbrand in Flechtdorf: „Für uns fängt die Arbeit jetzt erst an“

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Die Arbeit danach: Das Foto zeigt Klaus Schäfer, der für die Reinigung und Instandsetzung der Druckschläuche verantwortlich ist.

Was passiert mit den Einsatzgeräten, der Schutzkleidung und den Fahrzeugen der heimischen Feuerwehren nach einem Großbrand wie dem in Flechtdorf am vergangenen Mittwochmorgen? Ganz klar: Alles muss für mögliche neue Einsätze wieder instandgesetzt werden – und zwar so schnell wie möglich. Was hierfür alles zu tun ist, erfuhr die WLZ beispielhaft bei einem Besuch des Eigenbetriebs der Stadt Korbach.

Korbach –„Die Atemschutzgeräte müssen genauso intensiv gereinigt werden wie die Schutzkleidung der Feuerwehrleute“, sagt Erich Heine. „Schließlich könnten sonst übrig gebliebene Rußpartikel, die sich noch auf der Ausrüstung befinden, beim nächsten Einsatz in die Umgebung gelangen und andere Sachen kontaminieren.“

Mann der Masken: Julian Schmidt vom Eigenbetrieb kontrolliert diesen wichtigen Teil der Ausrüstung.

Heine ist Mitarbeiter beim Eigenbetrieb Städtische Betriebe in Korbach. Zusammen mit seinen ebenfalls speziell ausgebildeten Kollegen hat er an diesem Donnerstagnachmittag mehr zu tun als an normalen Tagen. Ursächlich dafür ist der Großbrand in einer Müll-Lagerhalle auf der Abfalldeponie in Diemelsee-Flechtdorf – oder besser gesagt das, was jetzt noch alles dran hängt. „Viele denken, dass mit dem Abrücken der Feuerwehr alles vorüber ist. Für uns fängt die Arbeit dann aber erst an“, berichtet der Betriebsleiter Friedhelm Schmidt.

Er erklärt, dass der Eigenbetrieb unter anderem dafür zuständig ist, die Ausrüstungen, Einsatzgeräte und Fahrzeuge mehrerer Feuerwehren aus Waldeck-Frankenberg wieder einsatzbereit zu machen (siehe Hintergrund). Bereits am Mittwochabend – rund 14 Stunden nach dem Ausbruch des Feuers – seien die ersten größeren Mengen von Druckschläuchen, Atemschutzgeräten und kontaminierter Schutzkleidung in Korbach angeliefert worden. „Weitere Anlieferungen erfolgten am Donnerstag im Laufe des Tages. Derzeit befinden sich nach dem Großbrand mehr als drei Kilometer Druckschläuche im Eigenbetrieb, die gereinigt, druckgeprüft und getrocknet werden müssen“, sagt Schmidt.

Luftflaschen für Atemschutzgeräteträger: Um die Neu-Befüllung und Instandsetzung kümmert sich Eigenbetriebs-Mitarbeiter Erich Heine. Fotos: Philipp Daum

An Einsatzkleidung der Feuerwehrleute seien bereits über 90 Hosen, rund 70 Jacken, 80 Feuerschutzhandschuhe und 45 Flammschutzhauben angekommen. Diese werden gereinigt, imprägniert und getrocknet.

„Ein enormer Aufwand sind die mehr als 80 Atemschutzgeräte und rund 90 Atemschutzmasken, die demontiert, gereinigt, teilweise instandgesetzt und geprüft werden müssen. Darüber hinaus ist für jedes Gerät ein Prüfprotokoll zu erstellen“, sagt Schmidt. Gerade beim Atemschutz sei Eile und absolute Genauigkeit geboten, da die Feuerwehren schnellstens für den nächsten möglichen Einsatz wieder einsatzbereit sein müssten.

Alles muss gereinigt werden: Das gilt auch für die Schutzkleidung der Feuerwehrleute.

Der Betriebsleiter berichtet zudem, dass alleine aus der Großgemeinde Korbach 17 Einsatzfahrzeuge beim Brand in Flechtdorf gewesen seien. „Die werden alle durchgecheckt, die Ausrüstung muss überprüft und Material muss aufgefüllt werden.“ Es würden darüber hinaus alle Einsatzgeräte kontrolliert. Verbrauchsmaterial müsse schnell neu beschafft werden.

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