Pferd auf Koppel missbraucht - Besitzerin: Keine schweren Verletzungen

Tierschänder: Peta setzt 1000 Euro Belohnung aus

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Die Haflingerstute wurde von einem Tierschänder verletzt, die Polizei fand vor Ort Gleitcreme. 

Korbach – Die Tat hat für Bestürzung gesorgt: In der Nacht auf Sonntag wurde ein Pferd am Ellerbruch Opfer eines Tierschänders.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die Tierschutzorganisation Peta hat eine Belohnung über 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt.

Die Besitzerin hatte am Sonntagmorgen Blut und Schleim festgestellt, das am Bein von Sinfonie herunter lief, berichtet die Frau im Gespräch mit der WLZ. Es sah aus wie Sperma, ob es tatsächlich auch welches gewesen sei, sei aber noch nicht klar. Zudem fand die Frau eine Tube Gleitcreme, die von der Polizei sichergestellt wurde. Die Beamten nahmen auch eine Probe des Schleims mit. „Ob der Tierschänder mit Hilfe der Gleitcreme einen Gegenstand eingeführt hat oder es sich um eine zoophile Tat handelt, bedarf weiterer Ermittlungen“, sagt Polizeisprecher Jörg Dämmer.

Ein Tierarzt hatte das Pferd gleich am Morgen untersucht, später am Abend noch eine Tierärztin, sagt die Besitzerin.

Laut Polizei ereignete sich die Tat zwischen Samstagabend, 19 Uhr, und Sonntagmorgen, 9 Uhr. Die Besitzerin ist sicher, dass die Tat kurz vor ihrem Eintreffen auf der Koppel passierte. Sie kam gegen 9.30 Uhr dort an, berichtet sie. 

„Das Tier hat keine schwerwiegende Verletzung und es geht ihm den Umständen entsprechend gut,“ sagt Dämmer. Das bestätigt die Besitzerin. Der 28 Jahre alten Stute gehe es gut, sie fresse auch und mache keinen verstörten Eindruck. Die Koppel werde jetzt von Kameras überwacht.

Bis zu drei Jahre Haft bei Verstößen gegen Tierschutzgesetz

Peta hat eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. Zeugen werden gebeten, sich unter 05631/971-0 an die Polizei zu wenden und könnten sich unter 01520 / 73 73 341 oder per E-Mail an info@peta.de bei Peta melden.

„Zoophilie beziehungsweise Sodomie ist auch in der deutschen Gesellschaft ein nicht zu unterschätzendes Problem,“ sagt Judith Pein von Peta. Die Tiere würden aber nicht nur körperlich leiden, sondern auch psychisch.

Tierschutzgesetz Paragraf drei besagt, dass es verboten ist, „ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen“. Mit bis zu drei Jahren Haft und maximal 25 000 Euro Strafe werden solche Fälle geahndet.

Polizei registrierte vergangenes Jahr 28 Verstöße

Laut Polizei gab es im Jahr 2018 insgesamt 28 Fälle von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, meist handelte es sich dabei um Taten beim Angeln wie das Fischen mit lebenden Köderfischen. Auch in Lebendfallen gefangene Waschbären gehören dazu und ausgelegte Giftköder. In diesem Jahr gab es bisher fünf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.

Im vergangenen September wurde eine Stute bei Lengefeld mit einem Messer am After verletzt

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