Walter Riedler prangert zudem an, dass Entwässerungsrohre fehlen

Nach Straßensanierung bei Strothe: Landwirt findet Leitplanken „unsinnig“

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Leitplanke für einen Baum: Landwirt Walter Riedler fragt sich, warum an dieser Stelle der Kreisstraße zwischen Strothe und Meineringhausen ein Schutz nötig ist. Schließlich befinde sich der Baum nicht unmittelbar am Straßenrand. 

Korbach – Nach dem Ende der Sanierung der Kreisstraße zwischen Strothe und Meineringhausen prangert Milchviehhalter Walter Riedler an, dass Entwässerungsrohre fehlen. Dies führe zu Überschwemmungen auf einem Wirtschaftsweg, auf dem regelmäßig landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs seien.

Der Landwirt aus Strothe betont im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es vor der Straßensanierung eine Entwässerung gegeben habe, die Rohre aber dann Zuge der Arbeiten verschwunden seien. 

Außerdem ist Walter Riedler der Auffassung, dass an der Straße „unsinnige Leitplanken“ angebracht worden seien. Er versteht daher die Welt nicht mehr und schüttelt nur noch den Kopf, wenn er seinen Blick entlang der frisch sanierten Kreisstraße zwischen Meineringhausen und Strothe schweifen lässt.

„Ich kann nicht nachvollziehen, dass an einzelnen Bäumen eine Leitplanke angebracht wurde, obwohl die Bäume überhaupt nicht direkt an der Straße stehen. Dazwischen befindet sich sogar noch ein Graben. Das ist doch unsinnig. Offenbar haben wir in Deutschland zu viel Geld“, sagt der Landwirt und spricht von einem „Schildbürgerstreich“.

Walter RiedlerLandwirt aus Strothe

Doch damit nicht genug: Walter Riedler regt sich auch darüber auf, dass im Zuge der Instandsetzungsarbeiten an der Kreisstraße eine erneute Installation von Entwässerungsrohren vergessen worden sei. „Vor der Sanierung hatte es am Abzweig des Wirtschaftsweges, der von meinem Hof auf die Kreisstraße führt, eine Entwässerung gegeben. Die Rohre führten direkt in den Kanal. Jetzt sind keine Rohre mehr da, der Bereich wurde stattdessen mit Erdreich aufgefüllt“, berichtet der Landwirt.

„Vor einigen Wochen, als es extrem viel geregnet hat, war der Weg überschwemmt und deshalb nicht mehr befahrbar. Ich bin mit meinen landwirtschaftlichen Fahrzeugen gar nicht mehr auf meinen Acker gekommen. Die fehlende Entwässerung kann so nicht bleiben“, sagt Walter Riedler.

Das sagt Hessen-Mobil zur Kritik des Landwirts

Darauf angesprochen, sagte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf Anfrage unserer Zeitung: „Die fehlende Verrohrung im Bereich der Zufahrt zum Grundstück von Herrn Riedler wird in Kürze hergestellt. Die ausführende Baufirma wird die erforderlichen Betonrohre verlegen und danach die Grundstückszufahrt ordnungsgemäß an den Wirtschaftsweg anschließen.

Mit Blick auf die von Walter Riedler als „unsinnig“ bezeichneten Leitplanken verweist Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf den Artikel „Auf ein Minimum beschränken“, der am 15. März in der WLZ erschienen ist. „Der Kreis Waldeck-Frankenberg als Baulastträger der Kreisstraßen und Hessen-Mobil haben sich darin ausführlich zum Thema ,Leitplanken’ geäußert“, stellt Sinemus fest und fügt hinzu: „Da die Unfallentwicklung der letzten Jahre, insbesondere im Hinblick auf tödlich verletzte Verkehrsteilnehmer, nach wie vor Anlass zur Sorge gibt und vor allem auch die Zahl der tödlichen Baum-Unfälle auf Landesstraßen außerorts auf einem sehr hohen Stand ist, hat die Verkehrsministerkonferenz verstärkt Maßnahmen angemahnt.“ 

Wasser steht auf dem Weg: Das  Bild entstand vor einigen Wochen, als der Wirtschaftsweg in Richtung des Hofs von Walter Riedler wegen der fehlenden Entwässerungsrohre überschwemmt war. 

Die zuständigen Behörden seien durch den Bund aufgefordert worden, auch bei bestehenden Gefahrenstellen mögliche Nachrüstungen von Schutzeinrichtungen zu prüfen und insbesondere Hindernisse wie Bäume mit kritischen Abständen vom äußeren Fahrbahnrand in den Blick zu nehmen. „In dem Zusammenhang wurde die Errichtung von passiven Schutzeinrichtungen auch zur Prävention in noch unauffälligen Bereichen angesprochen, um eine Verringerung von Unfällen mit Aufprall auf Bäume und deren Unfallfolgen herbeizuführen“, sagt Sinemus. 

Der Bund habe auch Sondermittel dafür bereitgestellt. „Erwähnt sei auch, dass Waldeck-Frankenberg wegen der örtlichen Gegebenheiten über viele Jahre trauriger Spitzenreiter bei der Zahl der durch Baumunfälle in Hessen getöteten Verkehrsteilnehmer war“, berichtet Sinemus. „Schutzeinrichtungen sollen die Folgen von Unfällen so gering wie möglich halten. Auf der Kreisstraße zwischen Strothe und Meineringhausen dienen sie in der Hauptsache dem Schutz der Insassen vor einem Aufprall an Bäume.“ 

Für die Installation sei dabei insbesondere der Abstand der Bäume zum Fahrbahnrand maßgeblich gewesen. „Ob sich zwischen Fahrbahn und Baum noch ein Straßenseitengraben befindet, bleibt unbeachtet, da der Seitengraben keine Schutzfunktion erfüllt.“

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