Gebäude soll in Fußgängerzone hineinragen

Nachbarn kritisieren Pläne für Woolworth-Neubau in Korbach

Herausragendes Bauprojekt: Die Fassaden der Häuser in der Korbacher Fußgängerzone bilden bislang ein Linie, der Woolworth-Neubau soll deutlich weiter in die Bahnhofstraße ragen, als das bestehende Gebäude.
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Herausragendes Bauprojekt: Die Fassaden der Häuser in der Korbacher Fußgängerzone bilden bislang ein Linie, der Woolworth-Neubau soll deutlich weiter in die Bahnhofstraße hineinragen.

Wenn alles nach Plan läuft, sollen im Herbst die Bagger rollen: Die Fokus Development aus Duisburg will noch in diesem Jahr mit dem Neubau des Woolworth-Gebäudes in Korbach beginnen. Doch die Eigentümer der Nachbarimmobilien üben Kritik an dem Vorhaben. Denn das stellt sich buchstäblich als herausragendes Bauprojekt dar.

Korbach – Damit die Fokus Development das Bauprojekt umsetzen kann, soll ein neuer Bebauungsplan für das Areal im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. Noch bis heute liegen die Unterlagen öffentlich im Bauamt aus. Bürger, Ämter und Verbände können zu dem Entwurf Stellungnahmen einreichen, die anschließend geprüft und den Stadtverordneten zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Davon wollen auch die Eigentümer einiger Nachbarimmobilien Gebrauch machen.

Das Problem aus Sicht der Nachbarn: Das neue Gebäude soll mit den ersten beiden Geschossen weiter in die Fußgängerzone hineinragen als der Bestand. „Die Vorderseite des neuen Gebäudes reicht bis an die Rückseite der heutigen Vitrinen heran“, erläutert Herbert Kuhaupt, einer der Anlieger. „Blickt man vom Loch in Richtung Bahnhof, rückt der Neubau drei Meter vor die Flucht der anderen Gebäude.“

Tatsächlich bilden die Fassaden der Gebäude in der Bahnhofstraße bislang eine definierte Linie, die sogenannte Baulinie, von der nach aktuell geltendem Bebauungsplan nur geringfügig abgewichen werden kann. Zugelassen seien beispielsweise eingeschossige Vorbauten, so die Anlieger.

Der Neubau verändere diese Linie nicht im nachbarlichen Interesse und wirke sich zum Nachteil der gesamten, erst neu gestalteten Fußgängerzone aus, begründen die Anlieger ihre Kritik. Gleichzeitig betonen sie, dass sie den Neubau nicht grundsätzlich ablehnen.

Axel Funke, Vorstandsvorsitzender der Fokus Development, nimmt die Kritik seiner Nachbarn gelassen: „Wir sind in einem laufenden Verfahren, es ist das gute Recht der Anlieger, mit denen wir bereits im Austausch stehen, sich zu äußern“, erklärte er gegenüber der WLZ. Solche Einwände sind völlig normal, wir werden sie nach Abschluss der Offenlegung prüfen, zusammen mit der Stadt evaluieren und gegebenenfalls in unsere Planungen mit einbeziehen.“

Seinen ursprünglichen Plan hält Funke indes für einen „guten, vermittelnden Vorschlag“. Durch den Wegfall der Vitrinen stehe der Fußgängerzone sogar mehr Platz als zuvor zur Verfügung, obwohl das Gebäude nach vorne rücke. „Wir haben so geplant, weil wir der Auffassung sind, dass es städtebaulich die richtige Lösung ist“, so der Fokus-Development-Geschäftsführer.

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