Waldecker Bank legt Bilanz für 2014 vor

Nachfrage nach Krediten steigt

Korbach - Die Zinsen sind niedrig wie lange nicht, trotzdem hat die Waldecker Bank im vergangenen Jahr Zuwächse in allen Geschäftsbereichen verzeichnet. Das heimische Geldinstitut stellte am Donnerstag die vorläufige Bilanz für 2014 vor.

Das Betriebsergebnis der Waldecker Bank ist mit 7,6 Millionen Euro vor Steuern etwas niedriger als 2013, knüpft aber an die überdurchschnittlichen Vorjahre an. Die beiden Bankvorstände Karl Oppermann und Udo Martin zeigten sich bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag zufrieden: „Nach den vorläufigen Zahlen des Jahresabschlusses haben wir trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen aufgrund des historische niedrigen Zinsniveaus Zuwächse in allen Geschäftsbereichen verzeichnet“, sagte Oppermann. Das liegt vor allem am gestiegenen Kreditvolumen und Zugewinnen auf der Einlagenseite. Die Waldecker haben knapp 592 Millionen Euro bei der Genossenschaftsbank liegen – auf beispielsweise Sparkonten, in Fonds oder Bausparverträgen. Das sind 31 Millionen Euro (+5,6 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die Niedrigzinsen haben sich allerdings auf das Anlageverhalten der Kunden ausgewirkt. Oppermann erklärte: „Ein Großteil der Kunden parkt ihr Guthaben aktuell auf Giro- oder Geldmarktkonten und wartet auf einen guten Zeitpunkt für längerfristige Anlagen.“ Der Bank sei es aber gelungen, die Kunden von den Etragschancen anderer Anlageformen zu überzeugen: Die Wertpapier- und Fondsbestände hätten sich überproportional erhöht. Auch bei den „hausgemachten“ Geldanlagen verzeichnet die Waldecker Bank ein Plus von mehr als 40 Millionen Euro. Mit einem Umfang von mehr als 420 Millionen Euro stelle das Geschäftsfeld ein wichtiges ergänzendes Standbein dar, so Udo Martin. Die Nachfrage nach Krediten ist wegen der historisch günstigen Konditionen auch im Jahr 2014 noch einmal gestiegen. „Für jemanden, der investieren möchte, sind das im Moment paradiesische Zustände“, sagt Martin. Rund 365 Millionen Euro hat die Waldecker Bank an ihre Kunden ausgeliehen – gut fünf Millionen Euro mehr als 2013. Das Neugeschäftsvolumen betrug dabei rund 85 Millionen Euro. Martin: „Damit liegt es deutlich über dem Vorjahresniveau.“ Ein Schwerpunkt liegt in Krediten für den Wohnungsbau. Knapp die Hälfte der Kredite ging an Unternehmen und Selbständige. Die niedrigen Zinsen haben aber auch bei der Waldecker Bank ins Kontor geschlagen: Der Zinsüberschuss schrumpfte um eine Million Euro. Dafür profitierte die Bank vom positiven Risikoverlauf im Kreditgeschäft und Kursgewinnen – mehr als 1,6 Millionen Euro – ihrer Wertpapierbestände. Die eigenen Verwaltungskosten hielt die Bank stabil. Verändert hat das Geldinstitut im vergangenen Jahr die Gebührenmodelle für Girokonten. Bei den Kunden ist die neue Kostenstruktur offenbar auf Akzeptanz gestoßen: Eine Befragung habe jedenfalls ergeben, dass nicht nur die Kosten bei der Wahl der Bank eine Rolle spielten, sondern auch die Beratung, erklärte Martin. Sein Fazit: „Wir haben das neue Kontomodell transparent kommuniziert und auch den Mehrwert herausgestellt.“ Zwar stehen auch bei der Waldecker Bank die Zeichen auf Digitalisierung und Banking per Smartphone und Apps – ein Aus für die klassische Filiale bedeutet das trotzdem nicht. „Die Kunden möchten eine Filiale um die Ecke haben“, sagte Oppermann. Beratung finde nach wie vor in den 20 Geschäftsstellen statt. Gleichwohl wird die Bank im Herbst eine App für Smartphones anbieten, mit der an Automaten auch ohne Geldkarte Bargeld abgehoben werden kann.Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2015 sind indes verhalten: „Bei anhaltenden Niedrigzinsen wird das Jahr zu einer großen Herausforderung für die Branche insgesamt“, sagte Udo Martin. Von Lutz Benseler

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