Neues Album "Karussell" vorgestellt

Nadine Fingerhuts elektrisierender Auftritt mit Band

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Stellt ihre neue CD vor: Nadine Fingerhut, hier unterstützt vom Chor Goes Pop, beim Release-Konzert im Hotel Goldflair.

Korbach. Vor Fans, die aus ganz Deutschland angereist waren, hat Nadine Fingerhut am Freitagabend das Release-Konzert für ihr neues Album „Karussell“ im dicht besetzen Saal des Hotels Goldflair in Korbach gegeben.

Zur Eröffnung des Programms stand die Singer-Songwriterin aus Vöhl wie sonst auch ganz allein mit der Gitarre mit „Nichts ist umsonst“ vor dem Mikrofon. Für die Hymne „Hallo Leben“ herrschte dagegen drangvolle Enge auf der Bühne, denn für die traditionelle Nummer zwei auf ihrer Setlist gesellte sich der Chor Goes Pop auf die Bühne, während Nadine so nah wie ins Publikum herein rückte.

Die neue Band und Besetzung des aktuellen Albums ließ bei der Vergleichsgröße „Den Vögeln hinterher“ schon mal ihr Potenzial anklingen, die Aufforderung den Moment zu nutzen und das Leben jetzt zu genießen, klang nicht mehr so resignativ, der Reggae-Rhythmus hatte positive Laidback-Vibes. „So viel mehr“ ist nicht nur Opener des neuen Albums, sondern eröffnete auch lautstark das Herzstück des Konzerts, die Präsentation der neuen Titel.

Vielschichtiges Programm

An der Hammond-Orgel klingen immer mal wieder Bezüge zum Dylan der mittleren Sechziger an, der aggressive Zynismus des Altmeisters ist Nadine Fingerhut jedoch fremd, viel lieber schlägt sie Brücken über ein verbindendes Lächeln zum Flüchtling in „Auf demselben Planeten“, dem heiter-lebhaftesten Titel im vielschichtigen Programm des Konzerts.

In „Alte Platten“ lässt die Band diverse musikalische Einflüsse anklingen, während beim Rückblick an frühere Lebensphasen und die Idole alter Zeiten auch Erinnerung an die Freunde von damals aufscheint – samt der Frage, was wohl aus ihnen und ihren Träumen geworden ist.

„Karussell“ thematisiert das unterschiedliche Lebenstempo, die damit verbundenen persönlichen Erwartungshorizonte, aber auch die Reaktionen auf das Tempo der Veränderung in der sich stets wandelnden Welt.

Ein verstörter Moment des Zusichkommens kennzeichnet Nadine Fingerhuts Stimme beim Beginn von „So soll es sein“, der gesungene Prozess der Wiederinbesitznahme des eigenen Körpers in der Ballade ganz nah am Stillstand gehört zu den Höhepunkten des Konzerts. Die in Magneten besungene Entschlossenheit „den Weg zu Ende zu gehen“ macht aus dem anschließenden Song gewissermaßen eine musikalische Pflichtfortsetzung.

Geriet der Auftritt von Nadine Fingerhut und ihrer Band elektrisierender denn je, so leisteten die sanften Akustikrocker Strange Coffee aus Bad Arolsen, mit ihrem Einstimmungsset auch ihren Beitrag zum Erfolg. Mit verschmusten Covers wie „Wir sprangen in die Nacht“, „Perfekt“, „Is alles Ok“, „Lisa“ oder „Klassenfahrt“ sicherte sich das Quintett die maximale Teilnahme der lebhaft mitklatschenden Fans. Hauptkapital waren dabei die rauen Stimmen von Markus Wacker und Henning Berthold, der auch Arrangements geschrieben hatte, die Lust auf eigenes Material weckte.

Diesem Wunsch kamen die fünf Musiker zuletzt mit den Eigenkompositionen „Dein Licht“ und „Frei, was für ein Gefühl“, Songs mit deutlich mehr Kante, in denen die Arolser Band endlich den Erwartungen gerecht wurde, die ihr Erscheinungsbild schon vor dem ersten Takt geweckt hatte.

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