Wer nährt die Seele des Vereins ?

- Korbach (jk). Über 3000 Mitglieder, Begeisterung vom Fußball bis zum Jazz-Tanz – der TSV 1850/09 Korbach kann sich bei dieser Bilanz glücklich schätzen. Doch auch Nordhessens zweitgrößter Sportverein spürt längst die Umwälzungen in der Gesellschaft.

Trendsport und neue Wege im Verein, ob Waveboard-Fahren, Jonglieren oder Inline-Hockey – „wir sind für alles aufgeschlossen“, blickt Werner Bitzer nach vorn. Gleichermaßen ist der Geschäftsführer indes auch „vom alten Schlag“, wie es im Volksmund so schön heißt. Nur zu gut kennt er als Vereinsmensch und Betreuer die Zeiten, als es ausschließlich um Ehre und Anerkennung ging: „Wir waren stolz, wenn uns die Kinder früher in der Stadt erkannt und gegrüßt haben“, sagt Bitzer nicht ohne einen Funken Wehmut. Selbst Großvereine wie der TSV 1850/09 Korbach leben bis heute von diesem Engagement – bis in die Vereinsspitze und Geschäftsführung hinein. Voller Stolz blickt Bitzer auf die rund 120 Übungsleiter in den Abteilungen des TSV, lobt den großen privaten Einsatz. Doch die Vereine müssen seit Jahren auch erkennen, dass es immer schwieriger wird, junge Menschen, Betreuer und Trainer bei der Stange zu halten. Das hat erst mal weniger mit Geld zu tun, sondern beispielsweise mit immensen Veränderungen in der Gesellschaft. Rein biologisch gibt es einfach weniger Nachwuchs. Das nennt sich bei Sozialforschern „demografischer Wandel“, die Bevölkerung schrumpft. Die Arbeitswelt macht den Vereinen ebenso zu schaffen, sagt Bitzer: „Die Menschen stehen mehr unter Druck, man muss sie teils überreden, aktiv im Verein zu sein.“ Auch die Schulen machen den Vereinen heutzutage durchaus Konkurrenz. Mehr Leistungsdruck, Nachmittagsunterricht, Ganztagsschule – das bringt Vorteile für viele Eltern, lässt für Sport in den Vereinen aber weniger Raum. „Bis 12, 13, 14 Jahre müssen wir uns wenig Sorgen machen, aber dann kommt Druck in der Schule“, schildert Bitzer die Erfahrungen: „Da kommt auch Frust rüber.“ Dabei sitzen Schulen und Vereine oft im gleichen Boot. Die Schulen können Angebote der Vereine für Betreuung und AGs gut gebrauchen. Breit gefächerte Vereine wiederum kommen ohne Kooperation mit den Schulen kaum aus. „Das läuft vielfach gut“, guckt Bitzer auf positive Aspekte und nennt Handball oder Badminton als Beispiele. Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Samstag, 27. März 2010.

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