Zukunft der Immobilie noch nicht abschließend geklärt

Nahkauf in der Solinger Straße schließt  - Kommt ein neuer Markt?

+
Hat seine Pforten geschlossen: Der Nahkauf in der Solinger Straße soll einem Neubau weichen.

Korbach. Die letzten Waren sind verkauft, die Regale abgebaut: Der Nahkauf in der Solinger Straße schließt zum Monatsende endgültig seine Pforten. Was mit der Immobilie passiert, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Stadt setzt darauf, dass ein heimischer Investor an gleicher Stelle einen modernen Neubau errichtet.

Für Karl-Ludwig Schmidt (60) geht ein 25 Jahre langer Lebensabschnitt zu Ende: Er war seit 1993 Pächter in dem Markt, der die großen Wohngebiete rund um den Waldecker Berg versorgt. Im vergangenen Jahr habe er den Pachtvertrag gekündigt, erklärt er. Verbunden habe er das mit der Vorgabe, unter besseren Konditionen weiterzumachen. Doch der Eigentümer, eine Fondsgesellschaft, entschied sich für den Verkauf der Immobilie.

Gespräche mit dem potenziellen Käufer über eine befristete Weiterführung des Geschäfts bis zum Abriss des Gebäudes hätten zu keinem Ergebnis geführt, sagt Schmidt. Er kündigte seinen 14 Mitarbeitern inklusive Aushilfen und räumte den Laden, der nun vorerst leer stehen wird.

Zeitgemäß war der 770 Quadratmeter große Markt ohnehin nicht mehr. Mehr als zehn Jahre bemühte sich die Stadt erfolglos darum, in das 1969 als „Nahversorgungszentrum Südoststadt“ geplante Areal Bewegung zu bringen: 2007 hatte die britische Immobiliengesellschaft Dawnay Day – einer der großen Finanzinvestoren Europas – die Immobilie erworben. „Inzwischen hat Dawnay Day sie an einen anderen Fonds weitergegeben, der bereit ist, zu verkaufen“, erklärt Bürgermeister Klaus Friedrich, der nun „eine große Chance“ gekommen sieht.

Laut Friedrich plant ein heimischer Investor, dort einen modernen Nahversorger neuzubauen. „Der Vertragsabschluss steht kurz bevor“, sagt Friedrich. „Dann schaffen wir Baurecht, das braucht etwa ein Jahr.“ Anschließend könne es mit Abriss und Neubau losgehen.

Der neue Markt solle ein Stück weiter nach hinten rücken, vorne könnten so mehr Parkplätze entstehen, erläutert Friedrich die Pläne. Die Stadt erneuere anschließend Straße, Gehwege und Bushaltestelle. Flankiert werde die Maßnahme durch eine Neuvermietung der leer stehenden ehemaligen Häuser der Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft (GWG) Kassel in der Gelsenkirchener Straße. „Das Viertel wird dadurch deutlich aufgewertet.“

Der mögliche Investor selbst äußert sich unterdessen gegenüber der WLZ deutlich vorsichtiger: Interesse an der Immobilie bestehe, aber noch sei alles offen, ein Vertrag noch nicht unterschrieben.

Für die meisten Nahkauf-Mitarbeiter geht es nun an anderer Stelle weiter: Auszubildende Patrycia Zajczek wird ihre Lehre in einem Markt in Vöhl beenden, Mitarbeiterin Natalie Herter fängt zum 1. März im neuen Rewe-Markt in der Wildunger Landstraße an. 

Die Mitarbeiterinnen der Bäckerei Iske wechseln in die Filiale in der Bahnhofstraße. Karl-Ludwig Schmidt selbst will sich künftig auf seinen Kiosk mit Zeitschriften, Tabak-Waren und Lotto-Toto-Annahmestelle im Kaufland konzentrieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.