Beschwerden nach Augenoperation in Korbach · Ursachenforschung läuft

Narkosemittel in Verdacht

Augenoperationen gegen den Grauen Star (Linsentrübung), wie sie auch in Korbach durchgeführt werden, sind für Spezialisten heute ambulante Routine.

Korbach - Nach Augenoperationen in Korbach haben sich zehn Patienten offensichtlich infiziert. Die Ursache könnte im Narkosemittel gelegen haben.

Keime und Infektionen sind für Kliniken in Deutschland ein heikles Thema. Immer wieder gerieten Krankenhäuser in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen: Operation gelungen, aber der Patient hat sich im Krankenhaus angesteckt.

Überdies zeigten internationale Vergleiche, dass in Kliniken vieler anderer Länder rein statistisch weniger Infektionen vorkommen, obwohl der ganze medizinische Aufwand dort oft niedriger liegt.

Deutsche Kliniken haben deshalb in den vergangenen Jahren ihre Hygieneüberwachung verstärkt. Das gilt auch für die Korbacher Hessenklinik, wie der kommissarische Betriebsleiter Wolfgang Kluß erläutert.

Die Nachricht am Freitag war für das Korbacher Krankenhaus somit nicht einfach zu nehmen: Zehn Patienten litten nach Augenoperationen offensichtlich unter Symptomen einer Infektion - ob Fieber, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Und sie mussten in der Klinik daraufhin behandelt werden.

Allerdings ging es bei den Operationen nicht um Ärzte, Personal und Material des Krankenhauses - sondern um Behandlungen unter Regie eines niedergelassenen Augenarztes, der nur Räume der Klinik nutzt. Für den regulären Krankenhausbetrieb gab es keinerlei Auswirkungen, hieß die wichtige Botschaft.

Zehn von 17 Patienten

Aber auch dem operierenden Augenarzt ist offensichtlich kein Vorwurf zu machen. Die Operationen seien erfolgreich gewesen, schildert der Mediziner auf Nachfrage von WLZ-FZ: „Was genau das Problem war, müssen wir jetzt untersuchen.“

Das Gesundheitsamt ist informiert, und das Material ist sichergestellt. Im Verdacht steht dabei das Narkosemittel. Denn von insgesamt 17 operierten Patienten am Donnerstag waren die ersten zehn betroffen, die restlichen sieben nicht, schildert der Augenarzt. Somit könnte die Ursache in einer Charge dieses Medikaments gelegen haben. Auch die Herstellerfirma sei darüber bereits informiert worden.

So ist der Augenarzt offen im Gespräch, verweist auf die Erfahrung von mehr als 3000 Operationen. Und die am Donnerstag betroffenen Patienten waren nach Behandlung im Stadtkrankenhaus schnell wieder auf dem Weg der Besserung.

Die genaue Ursache der Beschwerden muss unterdessen die Gesundheitsbehörde noch ergründen.

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