Wasserschaden im Besucherzentrum · Gastronomie hat weiter geöffnet

Nationalpark-Zentrum geschlossen

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Zahlreiche Schläuche schlängeln sich durch das NationalparkZentrum. Ein barrierefreier Besuch ist so nicht möglich

Vöhl-Herzhausen - Ein geplatzter Schlauch zwingt die Betreiber zur Schließung des Nationalpark-Zentrums. Elektronische Geräte sind nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

Es geschah in der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober. Die Brandmeldezentrale im Nationalpark-Zentrum Kellerwald-Edersee signalisierte eine Störung. Wie eine Mitarbeiterin morgens feststellen musste, war der Grund dafür ein geplatzter Schlauch im 4-D-Sinnekino. Der soll eigentlich dafür sorgen, dass die Zuschauer während der Filmvorführung ein wenig nass werden. Große Mengen Wasser waren in der Nacht ausgetreten und verteilten sich über Kabelkanäle und den Fußboden bis in die Kellerräume.

„Blieb nichts anderes übrig“

Seit Dienstag brummen nun die Trocknungsgeräte im Foyer sowie im Seminar- und Ausstellungsraum. „Es blieb uns nichts anderes übrig, als das Besucherzentrum zu schließen“, bedauert Manfred Bauer, Leiter des Nationalparkamts, die Umstände. Die zahlreichen Schläuche für die Warmluft und der Geräuschpegel ließen einen barrierefreien sowie entspannten Besuch nicht zu.

Während der Instandsetzung wird das Besucherzentrum wohl für fünf Wochen geschlossen bleiben. Die Trocknungsarbeiten sollen in etwa vier Wochen abgeschlossen sein, dann muss das Parkett noch abgeschliffen und neu versiegelt werden. Je nachdem wie groß der Schaden am Fußboden ist, kann sich der Zeitraum auch verlängern. „An manchen Stellen wellt sich das Parkett bereits“, sagt Bauer.

Dirk Beckmann, Hauptamtsleiter der Gemeinde Vöhl, gibt an, dass im Nationalpark-Zentrum in jener Nacht etwa 4000 Liter Wasser mehr als sonst abgegeben worden seien. Die Gemeinde ist Eigentümer des Gebäudes, sodass Schäden an Fußboden und Mauer über die Versicherung der Kommune laufen. Ausstellungsgegenstände und technische Geräte wären dort nicht mit inbegriffen.

Doch hier hatten Manfred Bauer und die Mitarbeiter des Nationalpark-Zentrums wohl Glück im Unglück. Denn sowohl Ausstellungsgegenstände, technische Geräte als auch das Lüftungssystem funktionieren noch - und das obwohl sich das Wasser seinen Weg unter dem Fußboden entlang der Kabelkanäle suchte. „Im Kinoraum stand das Wasser Zentimeter hoch“, sagt Manfred Bauer.

Gastronomie bleibt geöffnet

Und so nahmen in den vergangenen zwei Wochen ein Gutachter und Mitarbeiter von Fach-Unternehmen die Schäden auf, in dieser Zeit hatte das Nationalpark-Zentrum weiter geöffnet. Nun musste aber zum Beispiel einer Besuchergruppe von 100 Personen abgesagt werden. Nicht betroffen von der Schließung ist die Gastronomie von Pächter Christoph Drylo. Der „Gastraum“ hat weiterhin samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, bereits gebuchte Veranstaltungen können von den Gruppen wahrgenommen werden.

Erfreulichere Nachrichten hat Manfred Bauer für das kommende Jahr. Dann wird sich das Erscheinungsbild der Ausstellung ändern. „Das Thema Weltnaturerbe soll thematisiert werden, es wird Neues geben und was bislang gut war, bleibt erhalten“, so Bauer. Die Ausstellung werde aber deutlich anders aussehen. Wann das Besucherzentrum wieder öffnet und welche Änderungen an der Ausstellung konkret vorgenommen werden, werde frühzeitig bekannt gegeben. (tt)

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