Umweltministerin Puttrich und Forstamts-Mitarbeiter wandern am Edersee

Naturerlebnis auf unberührten Pfaden

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Vöhl-Basdorf - Eine Wanderung am Edersee an lauen Sommernachmittag gefällt nicht nur heimischen Wanderfreunden - sondern auch Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich. Gemeinsam mit vielen Interessierten erkundete sie gestern den Knorreichenstieg und lud dabei zum Gespräch ein.

Sie schnürt sich die Wanderschuhe, lauscht den letzten Klängen der Jagdhorngruppe und macht sich dann mit einer großen Gruppe von Naturfreunden auf den Weg in den Wald: Umweltministerin Lucia Puttrich sucht das Gespräch mit der Basis - mit Naturschutzverbänden, Wandervereinen und den Mitarbeitern von Hessenforst. Und deshalb macht sie am Mittwochnachmittag Station in Basdorf.

Unter der Federführung von Eberhard Leicht, Leiter des Vöhler Forstamtes, beginnt dort eine Wanderung durch die hessische Idylle. „Naturerlebnis“ nennt Eberhard Leicht das Wandern auf dem Knorreichenstieg. Der gehöre nicht nur zu den schönsten Pfaden des Landes, sondern auch zu den vielseitigsten, weil sich dort so viele Waldarten abwechseln würden und die Natur noch unberührt sei. „Vor 15 Jahren haben wir hier bereits ein Konzept verwirklicht, dass die Natur abseits der breiten Wirtschaftswege erlebbar machte“, erinnerte Leicht. Der Knorreichenstieg sei der Vorreiter vieler Wege nach ihm Gewesen, die den Wanderer abseits ausgetretener Pfade führe.

Deswegen schien eben dieser Pfad wie gemacht für einen Besuch der Ministerin gestern Nachmittag. Sie wolle ins Gespräch kommen, Wünsche und Anregungen mit nachhause nehmen, verkündete Lucia Puttrich.

Wirtschaft und Naturschutz

„Der Wald ist ein guter Ort, um dem stressigen Alltag zu entfliehen“, befand sie, vergaß aber nicht auch an manche andere Funktion zu erinnern. „Wir müssen Waldwirtschaft und Naturschutz miteinander verbinden“, erklärte sie. Wirtschaftsfaktor und Erholungsort, Lieferant des nachwachsenden Rohstoffs Holz und Ausflugsziel: Das alles wolle der Wald sein.

Dass der Knorreichenstieg den Wanderern noch einen anderen Faktor zu bieten hat, das bewiesen die Mitarbeiter von Hessenforst in der anschließenden rund zweistündigen Wanderung: So führte der schmale Fahrt zur Hünselburg und damit zu einem historischen Fleckchen inmitten des Waldes - ein Ort, der Geschichten erzählt. Gemeinsam überschritten die vielen Wanderer die alte Grenze zwischen Hessen und Waldeck, wurden an Kleinstaaterei und Kriege vergangener Zeiten erinnert und blickten schließlich, sprachlos geworden, auf nicht enden wollende Waldflächen.

„Unser Wald ist in guten Händen“, warb Leicht schließlich in eigener Sache, „wir sind alle keine Holzknechte“. Die große Herausforderung der Zukunft sei es nun, den Wald zwar für die Menschen erlebbar zu machen, ihn aber vor ihren schädlichen Einflüssen zu schützen.

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