Herzhausen:

Neben dem Nationalpark-Zentrum entsteht ein Grenzsteinmuseum

- Vöhl-Herzhausen. Mit vereinten Kräften bauen die Männer des Geschichtsvereins Itter-Hessenstein an einem kleinen Museum bei Herzhausen. Schon im November sollen Grenzsteine hier an bewegte Zeiten erinnern.

Ein Spaziergang durch die heimischen Wälder ist für Friedrich Hoffmann eine Reise in die Vergangenheit. Was Spaziergänger schnell übersehen, ist dem Herzhäuser so vertraut wie seine Westentasche: Er kennt jeden Grenzstein im ehemaligen Fürstentum Wal­deck ebenso wie in der einstigen Herrschaft Itter und im Bereich des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Im vergangenen Jahr wurde Friedrich Hoffmann offiziell zum Obmann für Grenzsteine ernannt, Unterstützung bekommt er von Ehefrau Ingeborg. Jeden Grenzstein hat er seitdem auf seinem Gebiet ausgemacht, oftmals unter Gras verborgen. Jeder von ihnen wurde samt Foto und GPS-Daten in eine Datenbank aufgenommen. Was dröge klingt, ist für Friedrich Hoffmann eine Leidenschaft, denn er weiß: „Hinter den Steinen verbergen sich Geschichte und Geschichten.“ Sie erinnern an Zeiten, als es neben Mord und Jagdfrevel kaum ein schlimmeres Vergehen gab, als Grenzsteine illegal zu verrücken, und an Grenzrezesse vor mehr als 400 Jahren. Viele Steine finden sich bis heute in Wald und Flur. Andere hat Friedrich Hoffmann im ganzen Landkreis verstreut gefunden, ihre ursprünglichen Orte sind nicht mehr auszumachen. Sie sollen nun einen neuen Platz zum Erzählen bekommen.

Mehr in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 8. Oktober.

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