Förderverein hat Sauna und Wintergarten im Vasbecker Walmebad in Betrieb genommen

Neue Attraktionen für die Badegäste

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Eine Abkühlung im Becken kommt den Kindern gerade recht. Der Förderverein bemüht sich, das Walmebad attraktiver zu machen.

Diemelsee-Vasbeck - Im Walmebad sind zwei neue Einrichtungen in Betrieb gegangen. Beim beliebten 24-Stunden-Schwimmen an diesem Wochenende will der Förderverein mit ihnen werben.

Die Hitze von Mitte 30 Grad lässt sich im Walmebad munter toppen: Der Förderverein hat rechtzeitig zur Badesaison 2015 eine neue Sauna in Betrieb genommen. Die wird auch bei dem derzeitigen Sommerwetter gut genutzt: Wer eine „Sitzung“ auf den Holzbänken absolviert hat, erträgt die hohen Temperaturen im Freien gleich viel besser.

Die feste Sauna mit etwa 15 Plätzen ist ein neues Angebot, mit dem die ehrenamtlichen Betreiber ihr Freibad attraktiver machen wollen. Zweite Neuerung ist ein Wintergarten, in dem sich Besucher auch bei schlechtem Wetter das Treiben der Schwimmer im beheizten Becken anschauen können.

Einziges Freibad in Diemelsee

Das Freibad auf der Walme ist das einzige in der Großgemeinde. Seine Entstehung reicht zurück bis in die 1920er Jahre, als die Vasbecker eine Wasserleitung gebaut haben. Seitdem wurde es Zug um Zug ausgebaut: Umkleidekabinen entstanden, in den 1970er Jahren kamen eine mit Heizöl betriebene Wassererwärmungsanlage und die Umwälztechnik hinzu.

Inzwischen heizt eine Solaranlage auf dem Dach das Wasser im 15 mal 25 Meter großen Becken auf 24 bis 27 Grad auf. Außerdem gibt es für kleine Kinder ein Nichtschwimmerbecken mit 30 Grad Wassertemperatur.

Das Bad hat der Gemeinde als Eigentümerin lange rote Zahlen beschert. Um eine drohende Schließung abzuwenden, haben einige Vasbecker um Martin Brücher 2003 den Förderverein gegründet. Er hat inzwischen rund 700 Mitglieder - bei etwa 500 Einwohnern im Dorf eine stolze Zahl. Aber viele Badegäste kommen auch aus den umliegenden Dörfern, etwa aus dem benachbarten Westfalen.

Die Mitglieder erledigen viele Arbeiten selbst. So haben sie 1993 die Umkleidekabinen gefliest und erneuert, voriges Jahr haben sie neue Zäune ums Becken gezogen, eine Markise am Gebäude sorgt für Schatten.

In diesem Frühjahr haben sich die Ehrenamtlichen mit einem umfangreichen Arbeitseinsatz auf die neue Freibadsaison vorbereitet, Brücher schätzt, dass locker rund 620 Stunden zusammengekommen sind. Dabei wurden auch die Sauna und der Wintergarten mit Blick aufs Becken aufgebaut.

Zuvor hatte der Verein in einer zweijährigen Testphase ein mobiles Saunafass aufgestellt, angesichts des Interesses hat er die feste Anlage besorgt. Die Sauna ist jeden Montag, Mittwoch und Samstag und nach Absprache geöffnet. Die Saison soll jeweils im Mai beginnen. Dank der vielen Eigenleistungen beschränken sich die Kosten für die Sauna auf etwa 2000 Euro, für den Wintergarten auf rund 1500 Euro.

Außerdem haben die Mitglieder eine Leitung erneuert, um ein Leck im System der Umwälzanlage zu beseitigen. Die beiden kleinen Duschmulden vor dem Schwimmbecken wurden aufgefüllt, um eine mögliche Stolperfalle zu beseitigen. Für Sehbehinderte wurden Markierungen etwa an den Beckenrändern angebracht.

Bad als Dorftreffpunkt

Das Freibad mausert sich zur Freude Brüchers immer mehr zu einem Dorftreffpunkt, der die Gemeinschaft stärkt. Um die 6000 Badegäste verzeichnet der Verein in jedem Jahr - nicht mitgerechnet sind diejenigen, die auf einen Plausch oder ein Eis vorbeikommen. Jeden Freitag um 19 Uhr gibt es Wassergymnastik mit Anleitung. Und sogar Kindergeburtstage werden im Bad gefeiert - es gibt die große Liegewiese, eine Sitzecke, und die vor fünf Jahren erneuerte Küche ist gut ausgestattet.

Auch die Badeaufsicht übernehmen Mitglieder. Inzwischen hätten 20 von ihnen das silberne DLRG-Abzeichen, berichtet Brücher, so stehen immer genügend Freiwillige bereit.

Der Förderverein will das Bad weiter ausbauen. So ist die Leistung der Solaranlage begrenzt - je nach Wetterlage schafft sie im Mai und Juni nur eine Wassertemperatur von 16 bis 18 Grad. Doch diese Verhältnisse sollen schon bald der Vergangenheit angehören: Wie berichtet, soll das gesamte Bad künftig mit Nahwärme aus dem Netz der Familie Wetekam versorgt werden, also neben dem Schwimmbecken auch der Wintergarten, die Umkleidekabinen und die Küche - Brücher formuliert als Motto: „Warm baden, warm duschen, warm umkleiden.“

Die Wetekams verstromen das Metangas ihrer Biogasanlage und speisen die Abwärme in das Nahwärmenetz ein, das sie im Dorf aufgebaut haben. Auch das Freibad soll angeschlossen werden, im vorigen September hatten die Gemeindevertreter die Verträge genehmigt. Doch mit dem Bau der neuen Leitungen wurde noch nicht begonnen. Brücher hofft, dass die Technik ab der neuen Badesaison bereit steht. Dann soll die Wassertemperatur konstant bei 27 bis 30 Grad liegen. Und: „Von Mai bis August bekommen wir die Wärme kostenfrei geliefert“, betont Brücher, „den September müssen wir noch testen.“

Das bedeutet, dass sich die Badesaison verlängert und der Betrieb unabhängiger von den Launen des Wetters wird.

Strom selbst erzeugen

Mittelfristig will der Förderverein auch eine neue Photovoltaikanlage aufs Dach setzen, die den erforderlichen Strom für den Badbetrieb möglichst komplett selbst produzieren soll. Mit der Nahwärme kommen die Mitglieder dann ihrem Ziel immer näher: „natürliche Ressourcen gemeinsam nutzen“. Brücher: „Wir werden ein sehr energieeffizientes Bad haben.“ Und die eingesparten Energiekosten kämen wiederum den „fairen Preisen“ im Bad zu Gute.

Von Dr. Karl Schilling

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