Haus Nelle in Korbacher Professor-Kümmell-Straße hat bewegte Geschichte

Neue Büros im alten Juwelierladen

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Korbach - Im früheren Juweliergeschäft Nelle zieht neues Leben ein. Die untere Etage im Gebäude an der Professor-Kümmell-Straße wird derzeit für neue Mieter umgebaut.

Kaufhaus Konze, Juwelier und Uhrmacher Nelle, Gemüse von Knoben, Schreibwaren bei Reinhardts, Kleidung bei Stolz, Milch von Könne - in und um das Rathaus in der Altstadt pulsierte bis Anfang der 70er-Jahre viel geschäftliches Leben. Etliche eingesessene Familienbetriebe in der Professor-Kümmell-Straße sind verschwunden, immer wieder gab es Leerstände.

In der Kümmell-Straße 6 soll alsbald ein neuer Betrieb einziehen. Handwerker bauen den früheren Laden in der unteren Etage in Büroräume um, wie Heiner Nelle auf WLZ-Anfrage bestätigt.

Über Jahrzehnte führten Nelles hier ein feines Schmuck- und Uhrengeschäft. In den vergangenen Jahren nutzte die Galerie Reinhardt die Schaufenster zur Bilder-Ausstellung. Das Gebäude der Galerie Reinhardt schräg gegenüber in der Kümmell-Straße 11 hat indes voriges Jahr die Stadt Korbach erworben (wir berichteten). Wichtiges Ziel von Stadt und Wirtschaftsförderung ist, den historischen Kern Korbachs aus Fachwerk und Gotik lebendig zu halten.

Das Haus Nelle hat dabei eine bewegte Geschichte. Beim großen Stadtbrand von 1664 zerstörten die Flammen an dieser Stelle das Wohngebäude von Johannes Vogetius. Er war Lehrer am ehrwürdigen Korbacher Gymnasium.

Das Grundstück kaufte 1693 der damalige Bürgermeister Johann Daniel Huge als Garten. Huge besaß auch das Haus gegenüber (Kümmell-Straße 9), in dem bis Ende des 19. Jahrhunderts das legendäre Korbacher Gasthaus „Zum Goldenen Engel“ untergebracht war. Huges Nachfahren (Götte) errichteten Mitte des 19. Jahrhunderts im Garten zunächst eine Scheune, die später als Wohnhaus ausgebaut wurde.

1920 kaufte der Uhrmacher Heinrich Nelle das Gebäude und gestaltete es als Geschäftshaus mehrfach um. Das Fachwerk wurde 1980 wieder freigelegt.

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