Korbachs größter Arbeitgeber will 70?000 Quadratmeter Fläche im Gewerbegebiet Raiffeisenstraße nutze

Neue Conti-Halle für Zweiradreifen

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Das Gewerbegebiet Raiffeisenstraße im Nordwesten der Stadt soll hier, an der Einmündung der Straße Am Ziegelgrund, über einen Kreisverkehr an die B251 angebunden werden. Archivfoto

Korbach - Die neue Conti-Logistikhalle im Gewerbegebiet Raiffeisenstraße soll bis zum Jahresende stehen. Parallel dazu treibt die Stadt die Planungen für den Verkehrskreisel auf der Bundesstraße 251 (Einmündung Am Ziegelgrund) voran.

Die rund 25 Hektar große Gewerbefläche ist momentan nur über die Flechtdorfer Straße und Raiffeisenstraße entlang der Aufzug-Firma Hübsch- mann zu erreichen. Um den künftigen Lkw-Lieferverkehr zum neuen Zweiradlager über die Bundesstraße 251 zu führen, soll dort ein Kreisverkehr vor der Einmündung zum Gartencenter Meckelburg gebaut werden.

Das Rondell wäre nach Angaben von Bürgermeister Klaus Friedrich deutlich günstiger als eine Ampelanlage an dieser Stelle. SPD und Grüne hatten sich im Parlament zuletzt jedoch kritisch zum Kreiselbau auf der Bundesstraße geäußert. Dass nun ein konkretes Conti-Bauvorhaben auf der Agenda steht, erhöht auch den Druck, die Planungen für eine geeignete Verkehrsanbindung zu beschleunigen.

Wie am Dienstag im Bau- und Umweltausschuss berichtet wurde, plant die Continental AG, das bisher in Hallen am Elfringhäuser Weg eingerichtete Zweiradreifen-Lager ins Gewerbegebiet Raiffeisenstraße zu verlegen. Geplant ist, dass Investoren eine insgesamt etwa 72 000 Quadratmeter große Fläche von der Stadt erwerben, die vom Conti-Werk angemietet wird. Nach WLZ-FZ-Informationen liegt der Kaufpreis für das Grundstück bei 3,5 Millionen Euro. Bereits zum Jahresende soll die neue, etwa 40 000 Quadratmeter umfassende Logistikhalle fertiggestellt sein. Als einen „weiteren Anker für Conti in Korbach, der die vorhandenen 3500 Arbeitsplätze noch ein Stück sicherer macht“, bezeichnete Friedrich die Pläne.

Von einem „ehrgeizigen Programm“, was den Zeitplan betrifft, und einem „wesentlichen Schritt zur Standortsicherung“ spricht Conti-Werksleiter Lothar Salokat. Wie bereits in der Vergangenheit werden weitere Lagerflächen benötigt. Der Bau einer neuen Halle sei deshalb Teil einer konsequenten Entwicklung.

Die durch den Lager-Umzug freiwerdenden Gebäudekapazitäten würden auch genutzt, um Fertigungsanlagen für die Produktion von Hochgeschwindigkeits-Reifen unterzubringen, erläuterte Salokat gestern auf Anfrage. Konzernchef Elmar Degenhart hatte Anfang März im WLZ-FZ-Interview angekündigt, dass Conti in Korbach noch in diesem Jahr mit dem Aufbau eines Technologiezentrums für die Reifenproduktion weltweit beginnen will. Mehr als 40 Millionen Euro sollen dafür bis 2018 investiert werden.

Vereinfachtes Verfahren

Die Pläne des größten Korbacher Arbeitgebers wurden gestern Abend auch im Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung beraten. Die Ausschussmitglieder stimmten dafür, den im Dezember beschlossenen Bebauungsplan für ein vereinfachtes Verfahren zu ändern. Dieses sieht vor, dass die zunächst als öffentliche Verkehrsfläche ausgewiesenen Erschließungsstraßen innerhalb des insgesamt rund 18 Hektar großen Gewerbegebietes bei Bedarf auch als Gewerbeflächen genutzt werden können.

Die Stadtverordneten entscheiden am kommenden Donnerstag, 10. April, ab 19 Uhr in öffentlicher Sitzung über die Bauplanänderung und den Grundstücksverkauf. (tk)

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