Für den Ernstfall gerüstet

Neue Desinfektionsschleuse beim THW in Korbach stationiert

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Den Ernstfall simuliert: Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks reinigen einen Laster mit einer neuen Desinfektionsanlage, die der Landkreis angeschafft hat, um beim Auftreten von Tierseuchen schnell handeln zu können. 

Korbach. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg präsentierte am Wochenende seine neue Desinfektionsschleuse auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW). Im Fall einer Tierseuche sei ein sofortiges Handeln nötig, sagte Landwirtschaftsdezernent Fritz Schäfer. Deshalb müsse der Landkreis über eine solche Einrichtung verfügen.

Durch effiziente Desinfektion und Dekontamination könne im Notfall eine Ausbreitung von Tierseuchen wie beispielsweise Vogelgrippe, Afrikanische Schweinepest oder Maul- und Klauenseuche verhindert werden, erklärte Schäfer. Sollte in einem landwirtschaftlichen Betrieb ein Seuchenfall auftreten, müssen alle Fahrzeuge, die mit dem betroffenen Hof in Kontakt waren, direkt beim Verlassen des Betriebsgelände desinfiziert werden.

Die Schleuse ist auf dem neuesten Stand der Technik und mit einem Schaumaggregat ausgestattet, das mit Hochdruckreinigern zum Einsatz kommt. Die Einheit wird beim THW in Korbach gelagert und im Ernstfall von dort aus eingesetzt. Die Gerüste und weitere Geräte werden dann vom THW ergänzt.

Verantwortlich für mögliche Einsätze bei Seuchen ist der Fachdienst Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen des Landkreises. Hilfsorganisationen wie die Feuerwehr oder das THW unterstützen im Ernstfall und kümmern sich um die technische Umsetzung. Beispielsweise sorgen Helfer der GABC-Zuges des Landkreises, der bei der Korbacher Feuerwehr angesiedelt ist, für eine Dekontaminationseinheit, in der die Kleidung und Körper der Einsatzkräfte gereinigt werden können.

Um im Einsatzfall professionell reagieren zu können, ist nicht nur gute Koordination gefragt, sondern auch jede Menge Fachwissen über Dekontamination und Desinfektion – immer getragen von der Hoffnung, dass der Ernstfall nie eintritt, weil bereits die getroffenen Präventionsmaßnahmen funktionieren. Die neue Desinfektionseinheit hat 30 000 Euro gekostet. (os)

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