Mehr als 150 Teilnehmer bei Fachtagung über „Mobbing“ in Korbacher Stadthalle

Neue Dimension der Hänselei

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Sensibilisieren und lernen: Das wünschten sich Andrea Franke, Uwe Josuttis und Angela Winderlich für die Tagungs-Teilnehmer.

Korbach - „Mobbing“ kann den Schultalltag von Jugendlichen zur Hölle machen, den Arbeitsalltag von Erwachsenen zum Spießrutenlauf: Hilfe beim Definieren und beim Umgang mit „Mobbing“ bekamen 150 Lehrer und Jugendarbeiter bei einer Fachtagung in Korbach.

Wenn die Atmosphäre in der Klasse vergiftet ist, Schüler gehänselt und beschimpft, ihnen das Leben zur Hölle gemacht wird - dann spricht der Experte von Mobbing in der Schule. Dem zu begegnen, bedeutet für die Lehrer eine Herausforderung. Hilfe dabei bekamen sie gestern in der Korbacher Stadthalle. Das „Netzwerk gegen Gewalt“, das Projekt Gewaltprävention und Demokratielernen des Kultusministeriums und der Präventionsrat der Stadt Korbach hatten Lehrer und Jugendarbeiter zur Fachtagung eingeladen - 150 Interessierte waren der Einladung gefolgt. „Mobbing ist nichts Neues“, erklärte Uwe Josuttis vom Netzwerk gegen Gewalt, „aber mit den Möglichkeiten des Internets hat es eine neue Dimension erreicht.“

Begonnen hatte die Tagung deswegen mit einem Vortrag von Peter Rosenkranz von der Schulmediation Hessen. Was ist Mobbing? Wie erkennt man es und geht damit um? Und ist auch Prävention möglich? Diese Frage nahm der Experte gemeinsam mit seinen Gästen unter die Lupe, bevor Schauspieler Thomas Hof die Teilnehmer bei seinem Mitmach-Theaters eindringlich für das Thema sensibilisierte.

„Es ist wichtig für einen Lehrer, zu wissen, wann er die Schüler die Sache selbst regeln lässt und wann es sich um Mobbing handelt und er eingreifen muss“, fasste Andrea Franke vom Korbacher Jugendhaus die große Herausforderung zusammen. Wie dieses Eingreifen aussehen kann, lernten die Teilnehmer während der fünf Workshops am Nachmittag. Dort machten sich etwa Bekanntschaft mit dem Prinzip „No Blame Approach“. „Dabei wird die Klasse in die Lösung des Problems einbezogen, stumme Zuschauer werden zu Helfern gemacht“, fasste Uwe Josuttis zusammen. Strategien gegen Cybermobbing, Soziales Lernen in der Klasse und Hilfe beim Erkennen und Verstehen von Mobbing standen in den anderen Arbeitsgruppen auf dem Programm. „Außerdem wurde als Mobbingprävention der Klassenrat vorgestellt“, ergänzte Josuttis. Ganz praktisch lernten die Pädagogen hier, wie mit der Einrichtung eines Klassenrats die Gruppenatmosphäre verändert werden kann.

Viele Ideen nahmen die Lehrer, Schüler des Fröbelseminars und Jugendarbeiter schließlich mit in den Alltag - und gleichzeitig eine lange Liste mit den Telefonnummern der Experten, die im Notfall zur Unterstützung eilen. (resa)

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