Korbach

Neue Formeln 
vorm Traualtar

- Korbach-Lelbach (jk). Mit dem Wandel in der Gesellschaft will die evangelische Kirche auch die Zeremonien für Hochzeitspaare erneuern.

Paare mit Kindern, neue Hochzeit nach Scheidung, gleichgeschlechtliche Partnerschaften: Die persönlichen Lebensentwürfe sind äußerst unterschiedlich. Doch die jüngste Liturgie in der evangelischen Kirche bei Eheschließungen, die „Trauagende“, stammt noch von 1974. Im Laufe des kommenden Jahres will die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck deshalb die Agende aktualisieren – ob Formulierungen, Gebete oder die entscheidenden „Traufragen“. Die Überarbeitung in der Landeskirche läuft schon seit einigen Jahren. Die neue Agende „soll auf die Lebenswirklichkeit der Menschen heute eingehen“, erklärt Eva Brinke-Kriebel, Dekanin im Kirchenkreis des Eisenbergs. Deshalb brachte die Kreissynode am Samstag bei der Tagung in Lelbach ihre Stellungnahme zum Entwurf der Landeskirche auf den Weg. Den Entwurf präsentierte Pfarrer Christoph Hartge, Mitglied der Liturgischen Kammer bei der Landeskirche. Insgesamt verabschiedete die Synode einige Änderungsvorschläge, auch um „unfreiwillige Komik“ bei neuen Formulierungen zu vermeiden. Dies erläuterten die Dekanin und Dagmar Kappelhoff, Vorsitzende der Kreissynode. Eine Trauung homosexueller Partner soll noch nicht in die feste Agende aufgenommen werden. Die Synode fordert aber, die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften „zu regeln“. „Strukturreform“ war ein weiteres Stichwort bei den Gesprächen. Künftig sollen aus den vier Kirchenkreisen (Eisenberg, Twiste, Eder, Frankenberg) nur noch zwei gebildet werden. Dabei sollen Eisenberg/Twiste sowie Frankenberg/Eder zusammengelegt werden. Auch die Kreissynode des Eisenbergs stimmte für diese Lösung, die bis 2013 umgesetzt werden soll. Die anderen drei Kirchenkreise hatten ihr Votum bereits abgegeben (wir berichteten). „Schmerzliche Veränderungen“ im Kreis Eisenberg standen bei der Tagung des Kirchenparlaments ebenso auf der Agenda. Dabei ging es etwa um die Streichung von Pfarrstellen und die Finanzierung von Gemeindehäusern. Eckpunkte legte Dekanin Eva Brinke-Kriebel dar. Wobei die Veränderungen bereits 2009 fixiert worden sind. Im Kirchenkreis des Eisenbergs werden die Pfarrstellen bis 2017 von 18,5 auf 16 reduziert. Derzeit gibt es 17,75 Stellen, erläuterte die Dekanin im Gespräch mit der WLZ. Umgesetzt ist die Verbindung der Pfarrstellen in Eimelrod und Rhena. Geplant sind zudem, Schwalefeld und Rattlar mit Usseln zu verknüpfen, Höringhausen mit Meineringhausen – und die halbe Stelle in Eppe zu streichen. Hier wird eine Verbindung mit dem Kirchspiel Nieder-Ense angepeilt. Die Pfarrstelle in Höringhausen soll aufgehoben werden, wenn die Pfarrerin in den Ruhestand geht. Kürzungen stehen künftig ebenso bei den Gemeindehäusern an. Rechnerisch hat die Landeskirche einen Bedarf von 15 im Kirchenkreis ermittelt, derzeit sind es 24. Aktuell läuft eine Analyse der Gebäude, daraus muss die Synode dann ein Konzept entwickeln

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