Bis Frühjahr 2016 entstehen 16 Wohnungen entlang der Stadtmauer

Neue Häuser in Kümmells Garten

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Entlang der Stadtmauer entstehen am Westwall zwei neue Gebäude mit Eigentumswohnungen. Die Zeichnung zeigt die Perspektive von der Sachsenberger Landstraße aus, links die historische Stadtmauer mit dem Tylenturm dahinter.Zeichnung: Kleine und Potthoff

Korbach - Im früheren „Kümmellschen Garten“ an der Stadtmauer entstehen zwei neue Gebäude mit insgesamt 16 Wohnungen. Gestern war symbolischer Spatenstich auf dem Grundstück an der historischen Stadtmauer.

Das Areal an der Stadtmauer hinter dem Lengefelder Tor hat für die Hansestadt eine besondere Bedeutung, denn ehedem stand dort „Kümmells Gartenhaus“, wie es die Korbacher nannten. Das Haus mit prächtigem Grundstück entlang der Stadtmauer war bis 1936 im Besitz von Professor Hermann Kümmell - Korbacher Ehrenbürger, Professor in Hamburg und einer der bedeutendsten Mediziner seiner Zeit.

1936 verkaufte Kümmell das Grundstück an Dr. Hermann Bing, Verleger der Waldeckischen Landeszeitung. Bing starb 2003, das Wohnhaus aus den 1960er-Jahren im hinteren Teil des Grundstücks am Westwall war zuletzt unbewohnt.

2014 hat die Korbacher Baufirma Fisseler das Grundstück erworben, das Wohnhaus im hinteren Teil am Westwall wurde im September abgerissen (wir berichteten). Mit dem historischen Tylenturm im Rücken sollen bis Frühjahr 2016 nunmehr zwei neue Gebäude entstehen mit jeweils acht Eigentumswohnungen. Der vordere Teil zum Lengefelder Tor hin soll weiterhin Garten bleiben. Der alte Baumbestand, die beiden mächtigen Blutbuchen an den Enden des Grundstücks, aber auch die Hainbuchenhecke zur Sachsenberger Landstraße bleiben ebenso erhalten.

Für den hinteren Teil am Westwall hat Architekt Hartmut Potthoff zwei Wohnhäuser entworfen mit zwei vollen Geschossen und einem oben zurückgesetzten Staffelgeschoss für Penthouse-Wohnungen. Die Gebäudehöhe nimmt Bezug auf die Häuser gegenüber an der Sachsenberger Landstraße.

Die Fassade ist unten hell, seitlich gegliedert mit rotem Ziegelstein. Die oberen Geschosse erhalten ein umlaufendes Gewand aus dunklem Schiefer. Innen sind Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen geplant - zwischen 70 und 110 Quadratmetern groß, dazu Wintergärten oder Balkons. Zu den Wohnungen im Erdgeschoss gehören Gartenparzellen, die oberen Wohnungen erhalten großzügige Dachterrassen. Beide Gebäude haben eine separate Zufahrt und Parkplätze. Hinzu kommen insgesamt sechs Garagen. Ein Fußweg entlang der historischen Stadtmauer verbindet die Gebäude mit dem gewachsenen Teil am Lengefelder Tor.

Derweil will die Stadt die historische mittelalterliche Mauer im gleichen Zuge dort ausbessern. Die Stadtmauer ist stellenweise brüchig geworden und braucht eine Remedur.

Von Jörg Kleine

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