Dr. Arved-Winfried Schneider wird Ärztlicher Direktor

Neue Struktur: Korbacher Stadtkrankenhaus stellt Chefärzte ein

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Wollen das Korbacher Stadtkrankenhaus neu strukturieren: (von links) Bürgermeister Klaus Friedrich, Geschäftsführer Christian Jostes und Ärztlicher Direktor Dr. Arved-Winfried Schneider.

Korbach. Das Korbacher Stadtkrankenhaus investiert in eine neue Organisationsstruktur und stellt neue Chefärzte ein.

Dr. Arved-Winfried Schneider, bisher Chefarzt der Medizinischen Klinik, bekommt neue Aufgaben als hauptamtlicher Ärztlicher Direktor des Krankenhauses und wird damit Mitglied der Geschäftsführung. Seine Abteilung wird weiter spezialisiert und in vier Fachbereiche aufgespalten. Dafür stellt das Krankenhaus neue Chefärzte ein.

Als geschäftsführender Ärztlicher Leiter der Medizinischen Klinik wird sich Dr. Schneider außerdem künftig mehr um die strategische Planung und Führung der Abteilung kümmern. Seine Sprechstunde wird er aber beibehalten.

Weiterer Baustein des neuen Konzepts ist eine grundlegende Umstrukturierung der Medizinischen Klinik: Als Schneider 2001 an das Stadtkrankenhaus kam, war die Abteilung noch eine allgemeine Inneren Medizin ohne Spezialisierung. In den vergangenen 17 Jahren sind Felder wie unter anderem die Intensivmedizin, die Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten oder das Herzkathederlabor hinzugekommen. Jetzt soll der nächste Schritt vollzogen werden.

Vier eigenständige Einheiten

Geplant sind vier eigenständige Einheiten unter dem Dach der Medizinischen Klinik: 

  • Die Gastroenterologie/allgemeine Innere Medizin, 
  • die Kardiologie
  • und die Geriatrie mit jeweils eigenen Chefärzten, 
  • außerdem die Hämatologie/Onkologie/Palliativmedizin unter der Leitung von Kai Tammoscheit. 

Der neue Chefarzt der Geriatrie wird bereits am 15. Februar seine Stelle antreten, die übrigen Mediziner im Sommer.

Für die Patienten des Stadtkrankenhauses bedeutet das neue medizinische Angebote: Etwa die Vollwandresektion, bei der bösartige Geschwulste im Darm rein endoskopisch entfernt werden. Das erspart die Darm-Operation. Geplant sind laut Schneider auch eine so genannte „Chest Pain Unit“ zur Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen sowie neue Behandlungstechniken im Bereich Diabetologie und Elektrokardiologie.

 „Wir investieren in Personal und setzten darauf, dass der Bedarf da ist“, sagt der Ärztliche Leiter. Der Alltag zeige aber, dass es schon jetzt genügend Patienten gebe, die in diesen Bereichen der Hilfe bedürften. „Wir sind handlungsfähig und nutzen den Spielraum, den wir erwirtschaftet haben“, so Schneiders Fazit.

Warum die neue Struktur? 

„Wir wollen das Korbacher Krankenhaus in kommunaler Hand behalten“, erklärt Bürgermeister Klaus Friedrich als Aufsichtsratsvorsitzender der Klinik. Der Hintergund: Schon seit vielen Jahren sind die Einnahmen der Krankenhäuser gesetzlich begrenzt. Diese Obergrenze soll sie zwingen, wirtschaftlich zu arbeiten. 

Doch hohe Tarifabschlüsse und steigende Energiekosten haben sehr viel mehr Kliniken in die roten Zahlen getrieben als erwartet. „Die Sach- und Personalkosten steigen um vier Prozent im Jahr, die Anpassung der Pauschalen nur um zwei Prozent pro Jahr“, sagt Geschäftsführer Christian Jostes. 

Das Stadtkrankenhaus habe die Finanzierungslücke bislang durch steigende Patientenzahlen ausgleichen können. 2001 hatte allein die Medizinische Klinik 3500 Patienten behandelt, 2017 waren es bereits 5700. „Jetzt ist eine Grenze erreicht, eine weitere Leistungssteigerung ist nicht möglich“, sagt Jostes. „Wir müssen uns weiter spezialisieren, wenn wir weiter wachsen wollen.“ 

Vielerorts setzen Krankenhausmanager auf größere Arbeitsteilung, spezialisieren sich auf bestimmte Krankheitsfelder und bilden Netzwerke und Versorgungsketten mit niedergelassenen Ärzten. So widerstehen sie dem Kostendruck und erwirtschaften oft Gewinne. Auch das Korbacher Stadtkrankenhaus hat nach diesem Konzept in den vergangenen Jahren schwarze Zahlen geschrieben. Das hilft der Klinik nun dabei, sich weiter zu entwickeln. 

Zunächst aber muss das Krankenhaus Geld in die Hand nehmen: Die neuen Chefärzte müssen bezahlt werden, auch wenn im Gegenzug einige Oberarztstellen wegfallen. Welche Kosten durch die Umstrukturierung vorerst entstehen, wollte Geschäftsführer Christian Jostes aber nicht beziffern. 

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