Pfarrer Matthias Müller tritt Pfarrstelle im Kirchspiel Kirchlotheim an

Ein neuer Klang fürs Gemeindeleben

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Vöhl-Kirchlotheim - In der elften Klasse hatte er zwei Punkte in Religion, doch dann entdeckte Matthias Müller seine Begeisterung für die Theologie. Die hat er sich bis heute erhalten. Der 32-Jährige trat am Mittwoch seine erste Pfarrstelle an - in Kirchlotheim

Noch herrscht in seinem Kalender kein Hochbetrieb, die Kartons sind längst nicht alle ausgepackt und sein Quartier hat der neue Kirchlotheimer Pfarrer fürs erste in Herzhausen bezogen. Doch die Jugendlichen aus der Nachbarschaft hat er bereits beim Schrauben getroffen, seinen ersten Geburtstagsbesuch absolviert und sich im schmucken Gemeindehaus umgesehen.

„Am Boden bleiben“

Und so hat mit Dienstbeginn für Matthias Müller im Kirchspiel Kirchlotheim auch schon ein bisschen der Alltag begonnen. Das bedeutet im Moment vor allem: Die Menschen kennen lernen. Fast ein halbes Jahr nachdem Vorgängerin Gisela Berger die Gemeinde verlassen hat, haben die Menschen in Herzhausen, Harbshausen, Schmittlotheim, Kirchlotheim, Altenlotheim und Buchenberg wieder einen neuen Pfarrer. Der ist 32 Jahre alt und wurde am vergangenen Sonntag ordiniert. „Vertreter meiner neuen Gemeinde waren dabei“, erzählt er, „das hat mir viel bedeutet“. Denn der gebürtige Kasseler zählt auf die Unterstützung der Menschen im Kirchspiel. „Gemeinsam mit ihnen möchte ich das kirchliche Leben hier gestalten“, sagt er. Das umfasse die Jugendarbeit ebenso wie die Arbeit mit Senioren und Familien, das Predigen ebenso wie das Unterrichten und die Seelsorge. Allen Altersschichten wolle er ermöglichen, Erfahrungen mit Gott und der Kirche zu machen. Und dabei kommt die Musik ins Spiel.

„Ein Leben ohne Musik kann ich mir gar nicht vorstellen“, sagt der Junggeselle, „sie hilft, am Boden zu bleiben und begleitet mich durch Krisen und Glücksmomente.“ Das wünscht sich Pfarrer Matthias Müller auch für seine Gemeinde. Ob im Lobpreis, im Dank oder in der Bitte: Musik könne Gefühle ausdrücken und wachrufen, für die Sprache eben nicht mehr ausreiche.

Diese Erfahrungen hat er selbst gemacht: Ob bei der Ordination, als ihn der volle Klang der Orgel und der Gesang der Menschen rührten, oder in seiner Band, in der Matthias Müller Gitarre spielt. „Ich freue mich auch auf die Zusammenarbeit mit Chören, Organisten und Kirchenmusikern“, betont er.

Die Lust an der Musik entdeckte er noch bevor er die Theologie als sein Lieblingsfach ausmachte. „In der elften Klasse hatte ich zwei Punkte in Reli“, sagt er lachend. Aber dann fand er den Reiz der Theologie. Hatte er vorher über Maschinenbau oder Naturwissenschaften nachgedacht, plante er kurz vor dem Abitur das Theologiestudium. „Die Theologie versucht auch, die Welt zu deuten“, erklärt er die Entscheidung. Also machte er sich auf die Suche nach Antworten, studierte in Göttingen und Marburg und ging zum Vikariat nach Gilserberg-Lischeid. Gefunden habe er längst noch nicht alle Antworten, sagt er. Aber er glaubt an die Gemeinschaft, die Gott unter den Menschen stifte. Und auf die freut er sich auch in seiner ersten Pfarrstelle.

Zuhören und Hinsehen

Das Pfarrhaus ist noch nicht bezugsfertig und mit Plänen für seine neue Gemeinde ist er noch vorsichtig. Er will zuhören und hinsehen, was sich die Gemeinde wünscht. „Vielleicht können wir mit dem Nationalparkzentrum zusammen arbeiten“, sagt er, „die Touristen in unsere Arbeit einbeziehen“. Eigene Ideen hat er und den Mut, sie zur Diskussion zu stellen.

Der Einführungsgottesdienst findet am 20. Mai statt. (resa)

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