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Neuer Korbacher Musikschulleiter Tobias Liedtke übernimmt am 1. Oktober

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Von: Wilhelm Figge

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Als neuer Leiter der Korbacher Musikschule will Tobias Liedtke den Kreis der Musikschüler ausweiten, auch im Erwachsenenbereich.
Als neuer Leiter der Korbacher Musikschule will Tobias Liedtke den Kreis der Musikschüler ausweiten, auch im Erwachsenenbereich. © Wilhelm Figge

Die Korbacher Musikschule kriegt zum 1. Oktober einen neuen Leiter: Tobias Liedtke will dabei auch neue Zielgruppen ansprechen.

Korbach – Tobias Liedtke übernimmt zum 1. Oktober die Leitung der Korbacher Musikschule – und hofft, nicht der einzige „Neue“ zu bleiben: Er sieht großes Potenzial, sie für weitere Zielgruppen zu öffnen, ob sie nun älter oder jünger sind als der Großteil der Schüler.

Der 49-Jährige selbst stammt aus Essen. Dort und in Köln studierte er Horn und Instrumentalpädagogik, er arbeitete mit Orchestern in ganz Deutschland. In Gelsenkirchen war er ebenso als Hornlehrer tätig wie in Wesel, wo er auch Kammermusikgruppen und ein Blasorchester leitete – sein Weg als Dirigent begann mit dem Studium des Blasorchester- und klassischen Dirigats in Den Haag und Luzern. Mittlerweile hat er 17 Jahre Erfahrung, gewann mit seinen Ensembles Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben und ist Verbandsdirigent beim Blasmusikverband NRW.

Derweil habe er immer mehr Spaß an der Organisation der Musikschularbeit gewonnen und ließ sich in Trossingen weiterbilden. So leitete er zuletzt eine kleine Musikschule in Hornberg im Schwarzwald.

Seit 5. September arbeitet er sich mit Vorgänger Rainer Horn ein, zuvor half er schon beim Musikschulfest zum 40-jährigen Bestehen der Musikschule. Dabei habe er vielfältige Ensembles von Kleinbeiträgen bis zum großen Orchester gesehen: „Der Ansatz hier funktioniert fantastisch“, sagt er: „Ich freue mich wahnsinnig auf diese Arbeit: In dieser Musikschule sehe ich ein riesiges Potenzial in viele Richtungen.“

Korbacher Musikschule will mehr auf Erwachsene zugehen

Ein Fokus dabei soll die Erwachsenenbildung werden: Nur zwei Prozent der Musikschüler sind älter als 19 Jahre. Viele sagten „Schade, dass meine Zeit für die Musikschule vorbei ist.“ Er erwidere: „Aber warum denn? Wenn es etwas gibt, das ich schon immer mal machen wollte – dann sollte ich es tun.“ Sein Plan ist, über einen Schnuppertag ein zwangloses Ausprobieren verschiedener Instrumente zu ermöglichen, dann Abende anzubieten, an denen Erwachsene sich mit eingehend mit einem davon beschäftigen – er hofft, so letztlich ein Orchester bilden zu können.

Auch für kleine Kinder sollen neue Angebote entstehen: Im „Musikkarussell“ sollen Kinder bis sechs Jahre 13 Instrumente ausprobieren können. Und in Kopfkissenkonzerten musizieren Drei- bis Fünfjährige für Kleinkinder und Eltern.

Eine Herausforderung sieht er im Ausbau der Ganztagsschule: „Wir müssen so mit Kindergärten und Schulen kooperieren, dass die Musikschule eine schöne Erfahrung bleibt, offen und attraktiv“, hält er fest.

„Alle sollen hier die Möglichkeit haben, Musik zu machen.“ Er wolle nicht nur mehr Leute von außen in die Musikschule holen, sondern ihre Arbeit auch abseits der bekannten Formate und Orte präsentieren – da arbeite er an Ideen. Er sehe seiner neuen Aufgabe jedenfalls freudig entgegen und setze dabei auf Dialog: „Wir reden nicht über dein Projekt und mein Projekt, sondern setzen zusammen etwas um.“ Und nicht zuletzt würde der Hornlehrer sich über neue Schüler freuen, denen er selbst sein Musik-Instrument näher bringen kann. (wf)

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