Kassenärztliche Vereinigung plant zentralen Bereitschaftsdienst in Korbach

Neuer Notdienst für Ärzte geplant

+
Der ärztliche Bereitschaftsdienst wird neu organisiert: Für Patienten wird voraussichtlich das Korbacher Krankenhaus nachts, an Wochenenden und an Feiertagen die zentrale Anlaufstelle sein.

Korbach - Nachts, am Wochenende und an Feiertagen: Wenn Arztpraxen geschlossen sind, hilft der Bereitschaftsdienst. Der soll in Korbach künftig zentral am Krankenhaus angesiedelt und auch für Waldeck und Teile von Vöhl zuständig sein.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) will die ärztliche Notdienstbereitschaft in Korbach und Umland neu strukturieren. „Die Idee ist, eine Notdienstzentrale am Korbacher Krankenhaus einzurichten und der Bereitschaftsdienst-Region Korbach auch Waldeck und einen Teil von Vöhl zuzuschlagen“, erklärte KVH-Sprecherin Petra Bendrich gestern gegenüber der WLZ-FZ. Bei den Plänen handele es sich aber noch „um ein ganz zartes Pflänzchen“, so Bendrich. Erste Gespräche mit Vertretern der Korbacher Klinik seien aber bereits geführt worden.

Das Konzept für Korbach ist Teil einer hessenweiten Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Die Kassenärztliche Vereinigung will so die Arbeitsbelastung für die einzelnen Ärzte reduzieren und es für junge Mediziner attraktiver machen, sich auf dem flachen Land niederzulassen. Zielvorgabe sei, jeweils mindestens 50 Ärzte zu einer Dienstgemeinschaft zusammenzuschließen, erklärte die KVH-Sprecherin. Zudem sollte der Bereitschaftsdienst werktags von 19 bis 7 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen tätig sein. „Beschlossen wird diese Reform voraussichtlich im Mai 2013“, sagte Bendrich.

Nach aktuellen Überlegungen könnte es zukünftig auch eine Trennung von Sitz- und Hausbesuchsdiensten geben. Bei den Bereitschaftsdienst-Regionen, den „Sitzdiensten“, geht die KVH aktuell von 48 bis 52 Regionen hessenweit aus. Jeder dieser Regionen würde aus rund 50 Vertragsärzten bestehen und ein Einzugsgebiet im Radius von 25 Kilometer haben.

Parallel dazu sind derzeit rund 30 Hausbesuchsdienst-Bezirke geplant. Die Ärzte wären in einem Umkreis von 20 Kilometern direkt zu den Patienten unterwegs. Diese Hausbesuchdienste könnten gesteuert werden über zwei Dispositionszentralen mit Sitz in Frankfurt und Kassel.

Wie die ärztlichen Bereitschaftsdienst-Regionen und Hausbesuchsdienst-Bezirke konkret aussehen sollen, das werde aber noch in enger Abstimmung mit den betroffenen Regionen festgelegt, so Bendrich. „Geplant sind dazu Treffen mit Vertretern dieser regionalen Gemeinschaften, Kommunalpolitikern und Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung“, erklärte die Sprecherin.

Zum Juli 2011 gab es in Hessen noch 118 Bereitschaftsdienst-Bezirke, nach der Reform rechnet die KV Hessen gegen Ende 2013 oder Anfang 2014 mit rund 47 Notdienstzentralen. Eine weitere Notdienstzentrale in Waldeck-Frankenberg ist am Kreiskrankenhaus Frankenberg geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare