Korbach

Neues Domizil fürs Stadtarchiv

- Korbach (tk). Mehr als 1000 Urkunden aus acht Jahrhunderten, Handschriften, Pläne, Landkarten, Film- und 
Fotosammlungen sind künftig im WLZ-Verlagsgebäude zu finden. Den Umzug des Stadtarchivs haben am Donnerstag die Stadtverordneten einstimmig beschlossen.

Bisher war das Stadtarchiv im Kellergeschoss des Bürgerhauses untergebracht. Die genutzte Fläche von rund 250 Quadratmetern reicht auf die Dauer aber nicht mehr aus. Denn künftig wandern auch umfangreiche Unterlagen aus dem Rathaus, den Eigenbetrieben und dem Stadtkrankenhaus in den Bestand. Außerdem beginnt in einigen Wochen die grundlegende Sanierung des Bürgerhauses im Zuge des Stadtumbauprogramms. Der Aufwand, der betrieben werden müsste, um die Kellerräume ebenfalls auf den energetisch neuestem Stand der Technik zu bringen, sei „unverhältnismäßig hoch“. Deshalb hat die Stadtverwaltung den Umzug in das nur wenige Meter entfernte Verlagsgebäude der Waldeckischen Landeszeitung vorgeschlagen. Der Mietvertrag soll in der kommenden Woche unterschrieben werden. Das Vorhaben stieß bei den Stadtverordneten auf einhellige Zustimmung. „Wir sind froh über diese längerfristige Lösung“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Gudrun Limperg. Diese verschaffe Zeit, um sich Gedanken über eine dauerhafte Lösung zu machen. Dr. Marc Müllenhoff (CDU) sieht durch den Umzug Vortei
le für den Bürgerhausumbau. Die Bauarbeiten könnten nun zügig beginnen und das Ziel, 
das bisher von 50 Gruppen genutzte Gebäude in ein Kultur- und Begegnungszentrum zu verwandeln, wie geplant erreicht werden. Andreas Kwoll (FWG) nannte das Archiv eine „identitätsstiftende Einrichtung“ und die 
Sanierung des Bürgerhauses 
eine „wichtige Etappe im Stadtumbau“. Der neue Standort werde dafür sorgen, dass „das Archiv mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung gelangt“, so FDP-Fraktionsvorsitzende Rosemarie Rube. Das neue Domizil ist für Besucher barrierefrei zugänglich. Besser beleuchtet und belüftet, bekäme das Raumklima auch den gelagerten Dokumente und Akten besser. Außerdem könne die Nutzfläche auf künftig 450 Quadratmeter erweitert werden, führte Bürgermeister Klaus Friedrich an. Um die Räume für das Stadtarchiv umzubauen, müsse die Stadt etwa 70000 Euro investieren. Hinzu kämen die Kosten eines „professionellen Umzugs“ und der zusätzlichen Regalsysteme für die Archiverweiterung. Diese Rechnung müsste aber auch beglichen werden, wenn das Archiv nur vorübergehend ausgelagert würde. Demgegenüber würden nach Angaben der Stadtverwaltung rund 630 000 Euro fällig, wenn das Stadtarchiv mit dem Bürgerhausumbau am bisherigen Standort verbliebe.

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