Willinger Brauhaus-Gesellschaft investiert 7,5 Millionen Euro in Erweiterung

Neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte

Ansicht von der Briloner Straße. Rechts das bestehende „Best Western Hotel“. Zeichnung: Architekturbüro Kleine + Potthoff, Korbach

Willingen - Ende Mai/Anfang Juni laufen die Arbeiten zur Erweiterung des Willinger „Best Western Hotels“ an. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 7,5 Millionen Euro.

Die Brauhaus-Gesellschaft will mit dem Großprojekt ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte, die vor 25 Jahren begann, aufschlagen. „Wir investieren in den Qualitätstourismus und in eine deutliche Verbesserung des Ortsbilds“, so Gert Göbel und Harald Brüne, die gemeinsam mit Wilhelm Göbel und Hans-Günther Fistler als Geschäftsführer der 1987 gegründeten „Willinger Brauhaus GmbH & Co Vertriebs KG“ Verantwortung tragen. Sie stellten das Bauvorhaben im Gespräch mit der Waldeckischen Landeszeitung vor.

Kleine Einkaufspassage

In zwei Wochen rücken die Bagger zum Abriss des ehemaligen Hauses Kuhaupt und der früheren Pension Göbel an, die in den vergangenen Jahren von der Brauhaus-Gesellschaft als Gästehäuser betrieben wurden. „Wir haben sie innen zwar schön hergerichtet“, so Brüne und Göbel. „Insgesamt entsprechen sie jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen und passen auch nicht mehr ins Ortsbild.“

Im Untergeschoss des neuen Gebäudeteils entsteht eine kleine Einkaufspassage mit drei Einzelhandelsgeschäften. Auch die Haustechnik wird hier untergebracht. Im hinteren Bereich finden in Zukunft 33 Autos Platz. Ein Aufzug führt von der Tiefgarage aus in alle Ebenen des Hotelgebäudes.

80 neue Zimmer

Der Haupteingang ist im mittleren Trakt des Hauses geplant. Die Gäste können mit dem Auto direkt vorfahren. Auch werden hier Parkplätze und eine Be- und Entladezone angelegt.

Die Planung sieht 80 weitere komfortable Zimmer vor, sodass das Hotel dann insgesamt über rund 300 Betten verfügt. Zwei multifunktional nutzbare Tagungsräume gehören ebenso zum Raumprogramm wie ein großes Hausgast-Restaurant mit Buffet-Anlage. Das bisherige Restaurant wird zu einer attraktiven Hotel-Bar umgebaut. Ob geschützter Innenhof, kleine Café-Terrasse, Lobby oder Tagesbar: Im gastronomischen Zentrum werden viele Plätze eingerichtet, an denen sich der Gast wohlfühlt.

„Ein Mikrokosmos“

Entspannung für Körper, Geist und Seele verspricht der zukünftige Wellness-Bereich mit Behandlungs-, Fitness- und großzügigen Ruheräumen. „Das Hotel wird ein Mikrokosmos sein, in dem sich der Gast beispielsweise bei schlechtem Wetter den ganzen Tag aufhalten und beschäftigen kann“, betonen die Geschäftsführer mit Blick auf die geplanten Beauty- und Wellnessprogramme. Dazu gehören Massagen, Bäder, Ayurveda-Angebote, Gesichtsbehandlungen, Peeling, Packungen und vieles mehr. „Vom Raumangebot her sind wir in Zukunft in der Lage, kurzfristig auf aktuelle Trends zu reagieren.“

Saunabereich und Hotelschwimmbad sind ebenfalls vorgesehen, außerdem natürlich die Küche sowie alle erforderlichen Räume für die Ver- und Entsorgung. Schließlich wird in dem Neubau auch noch die Verwaltung für den gesamten Brauhaus-Bereich untergebracht, für den Yvonne Schulze-Kesper, Arndt Brüne und Patrick Fahle als Betriebsleiter verantwortlich sind. „Es wird eine runde Sache“, davon sind Harald Brüne und Gert Göbel überzeugt. Sie streben für das Hotel Vier-Sterne-Niveau an und möchten ein möglichst breit gefächertes Gästespektrum ansprechen.

Elf Monate Bauzeit

Für Planung und Bauleitung zeichnet das Korbacher Architekturbüro Kleine und Potthoff verantwortlich. Bei der Auftragsvergabe für das Großprojekt sollen möglichst auch wieder Firmen aus der Region zum Zuge kommen. Die Geschäftsführer gehen von einer elfmonatigen Bauzeit aus. „Die Einweihung ist am 1. Mai 2013, 10.15 Uhr“, lacht Gert Göbel. Eine klare Vorgabe für die Handwerker ...

Hintergrund

1987 gründeten 60 Willinger und Freunde des Ortes die „Willinger Brauhaus GmbH & Co Vertriebs KG“. Die ehemalige Villa Heller, die lange Jahre auch das Gymnasium beherbergt hatte, wurde zur Besuchs- und Besichtigungsbrauerei umgebaut, die sich schnell zu einer touristischen Attraktion entwickelte. Seitdem ging es Schlag auf Schlag: 1991 wurde die „Malztenne“ errichtet, 1994 die Produktionsstätte innerhalb des Brauhauses verlegt, ein neuer Gär- und Lagerkeller gebaut und in den frei gewordenen Räumen die „Brasserie“ eingerichtet. 1997 wurde der „Marktplatz“ eingeweiht. 2001 kam das Brauhaus-Hotel mit 70 Zimmern hinzu, das sich inzwischen aus marketingtechnischen Gründen der Best-Western-Kooperation angeschlossen hat.

Weitere große Maßnahmen in den letzten zehn Jahren: Anlage eines Parkplatzes für 70 Pkw und Busse, Abriss der alten Schulturnhalle und Bau der neuen Braustätte, die 2006 eingeweiht wurde, und schließlich Einrichtung der „Weizendeele“. Derzeit halten etwa 50 Gesellschafter die 66 Gesellschaftsanteile. Das Unternehmen beschäftigt einschließlich der Aushilfskräfte rund 120 Mitarbeiter. Die Geschäftsführer gehen davon aus, dass mit der Fertigstellung des Hotelerweiterungsbaus 15 zusätzliche Mitarbeiter fest eingestellt werden. (bk)

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