Korbach

Neuland aus künstlichen Halmen

- Korbach (tk). Korbachs erster Kunstrasenplatz entsteht am Hauerstadion. In sechs Wochen sollen die Bauarbeiten beendet sein.

„Monofile Rasenbändchen, einzeln extrudiert (glatt oder texturiert) werden ungeschlitzt als Fasergruppen gebündelt und auf dimensionsstabilem Trägergewebe verankert.“ Verwirrend? Nein, gerade nicht. Denn die Halme aus dem Material, das die Herstellerfirma 
Polytan so präzise beschreibt, bleiben dauerhaft elastisch und stellen sich immer wieder einzeln auf. Fußballer können sich also auf „optimales Wiederaufstellvermögen und beste Abriebfestigkeit“ freuen. Nächste Woche soll die grüne Auslegware kommen. Auf großen Rollen werden die Bahnen geliefert. Die Markierungen, weiße Linien für das Groß-, blaue für die beiden Kleinspielfelder, sind bereits eingenäht. Der Untergrund des 90 mal 61 Meter großen Kunstrasenplatzes besteht aus elastischem Granulat und Sand. Diese Mischung sorgt für die feste Bodenhaftung der Polytan-Bahnen. Für den Spielbetrieb muss der Kunstrasen dann stets feucht gehalten und regelmäßig mit einem speziellen Schlitten hinter dem Rasentraktor gewalzt werden, erläutert Karl-Günter Frisch vom Stadtbauamt die Wartung. Auf dem etwa 15 000 Quadratmeter großen Areal des früheren „A-Platzes“ am Hauerstadion wächst bis Ende August auch noch ein Trainingsplatz mit Naturrasen (61 mal 80 Meter). Neun neue Flutlichtmasten rücken die Plätze ins rechte Licht. Die Strahler sitzen um einiges höher als bei der alten Anlage und wurden so justiert, dass sie Autofahrer nicht blenden können. Die rund um die neuen Plätze angelegte und mit der Stadionlaufbahn verbundene Freizeitlaufstrecke beleuchten kleinere Laternen. Die mit gelenkschonendem Belag und etwas Steigung und Gefälle ausgestattete Finnenbahn soll auch außerhalb der Trainingszeiten zugänglich sein. Mit zum Paket gehören die neuen Ballfangzäune aus Stahlmatten und Maschendraht, eine Technikgarage und neue Sauberkeitsstreifen, die den späteren Heckenschnitt an der Bepflanzung erleichtern, so Bauamtsleiter Burkhard Fincke. Der Kostenrahmen von 900 000 Euro werde eingehalten. Der Bau des Kunstrasenplatzes auf der Hauer ist Teil des staatlich geförderten Konjunkturprogramms, zu dem außerdem die Modernisierung von Mehrzweckhallen in vier Dörfern und der Umkleidekabine auf dem Paul-Zimmermann-Sportplatz sowie die Erneuerung der Hauerturnhalle gehören. Dafür sollen 2,3 Millionen Euro an zinslosen Darlehen und Zuschüssen von Land und Bund fließen. Erst Ende August vergangenen Jahres stand fest, dass auch der Kunstrasenplatz im Rahmen des Konjukturprogramms gefördert wird. Das Stadtparlament legte dafür die geplante Sanierung des Freibads vorerst auf Eis.

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