Neuer Bäderchef: Wolfgang Wilhelm will Hallenbad noch dieses Jahr eröffnen

„Nichts, was nicht machbar ist“

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Wolfgang Wilhelm wird Geschäftsführer der neuen Bäderbetriebsgesellschaft.Foto: Benseler

Korbach - Wolfgang Wilhelm (52) wird Korbachs neuer Bäderchef. Seine Aufgabe: Das seit April 2012 geschlossene Hallenbad so schnell wie möglich wieder zu eröffnen.

„Mich reizt die Herausforderung“, sagt Wolfgang Wilhelm über seinen künftigen Job an der Spitze der gestern gegründeten Bäderbetriebsgesellschaft. Allein durch seine hünenhafte Statur macht der 52-Jährige schon den Eindruck, zupacken und aufräumen zu können. Seinen Dienst in Korbach wird der erfahrene Betriebsleiter, der bis Ende April noch in der Soltau-Therme beschäftigt ist (siehe Hintergrund), am 1. Mai antreten.

Schon jetzt arbeitet er sich in Gutachten und Akten zu den laufenden Rechtsstreitigkeiten ein. Der Abschluss der Sanierung des im April 2012 kurz nach der Wiedereröffnung wegen Keimen und Mängeln geschlossenen Hallenbades sowie die damit verbundene Weiterführung der bereits vor Gericht laufenden Rechtsstreitigkeiten und die Sicherung der Ansprüche wird in den nächsten Monaten Wilhelms Hauptaufgabe sein. „Ich werde alles daran setzen, dass das Hallenbad noch in diesem Jahr öffnet“, sagt der designierte Bäderchef. Der Praktiker in ihm bleibt gelassen: „Es gibt nichts, was nicht machbar ist“, sagt er mit Blick auf die lange Mängelliste mit mehr als 100 Punkten.

Die neue Gesellschaft wird den Betrieb des Hallenbades und des Freibades übernehmen - und damit der Stadt mehr Einfluss auf das operative Geschäft verschaffen. Bislang ist die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) Eigentümerin und Betreiberin der Bäder, die Stadt kann nur über den Gesellschafterausschuss Bad der EWF einwirken. Das Rathaus verspricht sich dadurch neuen Schwung in der seit Jahren festgefahrenen juristischen Auseinandersetzung um Bauschäden, Mängel und Haftung bei der Sanierung des Bades.

„Wir wollen damit Betreiberhaftung und Eigentümerhaftung deutlich voneinander trennen“, erklärt Bürgermeister Klaus Friedrich die neue Struktur. So soll der Badbetrieb noch während der laufenden gerichtlichen Auseinandersetzungen wieder aufgenommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass die wichtigsten technischen Mängel beseitigt sind.

Der neue Geschäftsführer wird dafür eine Prioritätenliste aufstellen. Ganz vorne steht ein keimfreies Bad: „Vor allen Dingen müssen Frischwasserzufuhr und Brauchwasseraufbereitung einwandfrei sein, alles andere kriegt man geregelt“, sagt Wilhelm. Ziel bleibe, das Korbacher Hallenbad im Spätherbst wieder zu eröffnen. „So Gott will“, schiebt der Bäderchef schnell hinterher.

Hintergrund

„Ich habe den Beruf von der Pike auf gelernt“, sagt Wolfgang Wilhelm (52). Der Geschäftsführer der neuen Bäderbetriebsgesellschaft blickt auf 35 Jahre Erfahrung in der Branche zurück. „Ein Glücksfall für Korbach. Er ist in seinem Bereich anerkannt“, kommentiert Bürgermeister Klaus Friedrich die Personalie. Wilhelm hatte sich unter insgesamt 46 Bewerbern durchgesetzt. Gesucht hatte die Stadt für den Posten des Geschäftsführers nach einer „kompetenten Persönlichkeit“ mit möglichst unternehmerischer Erfahrung in Leitung und Marketing von Bädern, hieß es in der Ende Dezember erfolgten Stellenausschreibung. Als wünschenswert wurden „umfassende kaufmännische Kenntnisse und eine bäderspezifische Ausbildung“ erachtet. Wilhelm vereine beides, so Friedrich. Begonnen hat Wilhelm seine Karriere als Schwimmmeistergehilfe in Osnabrück. Nach seiner Meisterprüfung wechselte er ins Oberbergische nach Reichshof-Eckenhagen, wo er das Freizeitbad Monte Mare leitete. Anschließend absolvierte er ein Studium zum Technischen Betriebswirt in Köln und übernahm danach die Betriebsleitung eines Freizeitbades in Winsen (Luhe) bei Hamburg. Nach zweijähriger Tätigkeit als selbständiger Berater im Bäderbereich arbeitete er die vergangenen zehn Jahre als stellvertretender Betriebsleiter der Soltau-Therme in der Lüneburger Heide. Seinen Dienst in Korbach wird der 52-Jährige offiziell am 1. Mai antreten. Sein Büro wird er in den Räumen der Stadthalle in unmittelbarer Nähe zum Hallenbad beziehen. Er wolle mittendrin sein, erklärt Wolfgang Wilhelm.

Von Lutz Benseler

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