Neuen Pasteurisator angeschafft

Nieder-Schleidern: Kelterei baut Kapazitäten aus

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Das Vierfache des Vorgängermodells kann der neue Pasteurisator der Grenzlandkelterei verarbeiten – zur Freude von (von links) Aylind Kabashi, Karl-Heinz Göbel, Jürgen Reppert, Josef Schlichtherle, Bernd Schlichthele, Reinold König, Klaus Friedrich und Robert Rabe.  

Nieder-Schleidern – Mit Unterstützung der Stadt Korbach und des EU-Programms Leader hat der Verein Grenzlandkelterei Nieder-Schleidern einen neuen Pasteurisator angeschafft.

„Wir hätten uns zugetraut, an diesem Wochenende zehn Tonnen Äpfel zu verarbeiten“, sagt Reinold König, Vorsitzender der Grenzlandkelterei Nieder-Schleidern.

„Der kleine Pasteurisator war unser einziger Engpass“, erklärt Reinold König – nun brauche der Verein keine Angst mehr vor guten Apfeljahren zu haben. 180 Liter Saft pro Stunde könnte dieser erhitzen, rund das vierfache des Vorgängergeräts.

2019 war allerdings keines davon, die Bäume spürten den zweiten trockenen Sommer in Folge. Am Vorabend der jährlichen Kelteraktion standen 1,5 Tonnen Äpfel bereit – im Vorjahr waren es noch sieben, die zwei Wochenendeinsätze nötig machten. Um auf diese Menge zu kommen, waren die Mitglieder der Grenzlandkelterei zum Pflücken unterwegs, und boten auch Lohnkelterei für Nichtmitglieder an.

Indem er den gepressten Apfelsaft erhitzt, macht der Pasteurisator ihn haltbar. Nicht nur verarbeitet das heizöl-getriebene Gerät ein vielfaches seines Vorgängers, auch die Hygiene steigert es: Dass die Äpfel frei von Fäulnis sind, kontrollieren vom Sortieren übers Waschen bis zur Presse mehrere Helfer, alles Schlechte wird weggeschnitten. Bislang musste ein Kelterer unentwegt das Digitalthermometer im Auge behalten, der neue Pasteurisator gibt nur genau richtig temperierten Saft weiter. Die halbautomatische Abfüllung stelle die Hygiene auch im letzten Produktionsschritt zuverlässig sicher, so König.

„Das ist ein typisches Beispiel eines Engagements, das nur in kleinen Ortsgemeinschaften gelebt werden kann“, befand Bürgermeister Klaus Friedrich. Nieder-Schleidern habe für sich etwas gefunden, das den Ortskern belebe, mit dem die Einwohner sich schon auf zahlreichen Hessentagen präsentierten und das Engagement anrege: „Hier sagt man sich: Ich tue etwas für meine Gemeinschaft.“

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