Gemeindevertretung informiert Diemelseer Bürger über Regionalplan zur Windkraft

„Noch ist gar nichts entschieden“

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140 Bürger kamen am Mittwochabend zur Versammlung zum Thema Windkraft in die Dansenberghalle in Adorf. Ob bei Vasbeck (im Bild), Adorf und Rhenegge weitere Windkraftanlagen entstehen, ist noch nicht klar.

Diemelsee-Adorf - Die Bürgerversammlung in Adorf hat gezeigt, dass die Meinungen zum Thema Windkraft auseinander gehen. Wo und ob in Diemelsee überhaupt neue Anlagen gebaut werden könnten, steht nach wie vor nicht fest.

. Rund 140 Bürger waren zur Versammlung in die Dansenberghalle gekommen. Detlef Schmidt vom Büro für Freiraum- und Landschaftsplanung in Grebenstein stellte den Anwesenden den aktuellen Stand der Dinge dar. Im Entwurf des Regionalplans sind derzeit vier Vorrangflächen bei Adorf, Vasbeck und Rhenegge für Windkraftanlagen vorgesehen. Wobei die Diemelseer Gemeindevertretung bereits ein Zeichen gegen Windräder im Naturpark bei Rhenegge gesetzt und den Flächennutzungsplan nicht entsprechend angepasst hat.

Schmidt erwartet Klagen

Doch ob das so bleibt - und was der Entschluss der Gemeinde wirklich bringt - das kann auch Schmidt nicht sagen. Ab dem 15. März kann jeder Bürger zu den Vorranggebieten Stellung nehmen, der Teilregionalplan ist dann im Internet auf den Seiten des Regierungspräsidiums Kassel und in der Gemeindeverwaltung Diemelsee einzusehen. Die Aussagen werden im Regionalparlament gesichtet. „Noch ist gar nichts entschieden, das Verfahren ist nur eingeleitet“, sagte Schmidt. Er rechne mit Tausenden Stellungnahmen. Und wenn dann der geänderte Regionalplan beschlossen ist, erwartet er Klagen, egal ob von Gemeinden, Bürgern oder den Betreibern der Windkraftanlagen. „Es gab noch keinen Regionalplan, gegen den am Ende nicht geklagt worden ist.“

Was aus der Fläche bei Rhenegge wird ist ebenso unklar. Für den Bau von Windkraftanlagen im Naturpark werden demnächst Gutachten im Auftrag der VEW erwartet. Die über 50 Grundstücksbesitzer, die einen Flächen-Pool für einen Windpark dort gegründet haben, sind enttäuscht von den Politikern. Sie hätten erwartet, dass die Gutachten abgewartet werden. Was die Entscheidung der Gemeindevertreter wert ist, bleibt abzuwarten. Sieht die Regionalversammlung den Standort als wichtig für Windkraftanlagen an, kann sie auch über die Gemeinde hinweg entscheiden.

Anlagen werden abgebaut

Ängste und Sorgen der Bürger drehen sich vor allem um den Wertverlust von Häusern und Störungen durch Lärm. So kritisierte eine Bürgerin, dass die Gemeinde einerseits für Bauflächen Am Börnchen in Adorf wirbt, andererseits in der Nähe bald Windkraftanlagen stehen könnten. Für Schmidt sind die Sorgen unbegründet. Ein Wertverlust bei Gebäuden sei in der Regel nicht festzustellen und eine Beeinträchtigung durch die Lautstärke der Anlagen ebenso wenig. Diese müssen immer einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen haben.

Konkrete Zahlen, wie viel Windräder auf den möglichen Vorranggebieten gebaut werden könnten, wollte Schmidt nicht nennen. Hingegen sei es gut möglich, dass ein Teil der alten, kleineren Anlagen nach Ablauf der Betriebserlaubnis abgebaut werden. Da diese nicht auf einem geplanten Vorranggebiet stehen, würden dort nach derzeitigem Stand auch keine neuen Anlagen entstehen.

Zumindest für den Planer ist ein neuer Standort für das Wetterradar bei Flechtdorf kein Thema: „Ich habe kein Geld, es zu versetzen. Und ich weiß auch nicht, wer das Geld hat.“ Er rechne nicht damit, dass in absehbarer Zeit das Radar versetzt wird.

Zur Zeit wird das Thema Windkraft also durch viele Spekulationen bestimmt. Ein wenig konkreter wird es, wenn die Gemeindevertretung Diemelsee in ihrer Versammlung Ende April über den vorläufigen Regionalplan berät und dann ihre Stellungnahme beim Regierungspräsidium abgibt.

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