Nach dem Streik: Post will die liegen gebliebenen „Altlasten“ zügig nachsenden

Normalität so schnell wie es geht

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Viel Arbeit für die Briefträger: Nach Ende des Poststreiks müssen die liegen gebliebenen Briefe und Päckchen zugestellt werden. Foto: Bernd Settnik

Korbach - Postkunden können aufatmen. Seit Dienstag werden Briefe und Pakete wieder zugestellt und ausgetragen, denn der Streik ist beendet. Allerdings dauert es noch, bis die Postberge abgebaut sind.

Nicht nur die Postkunden atmen auf - auch Postmitarbeiter sind froh, dass der längste Poststreik seit mindestens 20 Jahren zu Ende ist und sie wieder arbeiten können. Dass erst zwei Tage nach der Einigung am Sonntag wieder gearbeitet wurde, hatte übrigens organisatorische Gründe: Die Gewerkschaft musste sicherstellen, dass sie alle Streikenden rechtzeitig erreicht.

Viele Postkunden müssen sich auch nach dem Streik weiter in Geduld üben

Nach dem Dauerstreik hat nun das große Aufräumen bei der Post begonnen, das Unternehmen arbeitet mit Hochdruck an der Rückkehr zum Normalbetrieb. Unterschiedliche Einschätzungen gibt es dazu, wie lange es dauern wird, die Rückstände aufzuarbeiten. Während Karl-Friedrich Sude, Betriebsratsvorsitzender der Postniederlassung Kassel, im Gespräch mit der WLZ-FZ davon ausging, dass es mindestens genauso lange wie der Streik selbst dauern werde, bis alles verteilt ist, sieht es der Logistikkonzern weniger dramatisch: Die liegen gebliebenen Briefe und Pakete würden der aktuellen Post zugesteckt und Stück für Stück verteilt, sagte gestern Unternehmenssprecher Heinz-Jürgen Thomeczek.

Wie bei anderen saisonalen Spitzenbelastungen auch setze man nun Aushilfen ein, um die Rückstände möglichst schnell aufzuholen, erklärte Thomeczek. Zudem seien die Zustellbezirke verkleinert und die Laufzeiten der automatischen Sortiermaschinen verlängert worden. Der Unternehmenssprecher gibt aber auch zu, dass es noch dauert, bis alles wieder normal läuft: „Bis alle Briefe und Pakete zugestellt sind, werden wohl noch einige Tage vergehen.“

In den vergangenen Wochen waren im Landkreis Tausende Briefe und Pakete liegen geblieben und nicht angekommen. Dabei waren nicht alle Orte im Landkreis gleich stark vom Streik betroffen: Während beispielsweise die Stadt Frankenberg mit Post beliefert wurde, berichteten Leser der WLZ-FZ aus Battenberg-Berghofen, dass sie mehrere Wochen keine Briefe und Pakete erhalten hätten.

Teilweise erhebliche Rückstände in den Zustellbezirken

Zu erheblichen Rückständen ist es auch in vielen Zustellbezirken in Korbach gekommen. In der Kreisstadt hatten Postmitarbeiter vier Wochen lang die Arbeit niedergelegt, teilweise wurden auch die Postfächer bestreikt. Vom Arbeitskampf verschont blieben unter anderem Bad Wildungen, Edertal und Willingen.

Die Gewerkschaft verdi zeigt sich unterdessen zufrieden mit dem Ergebnis der Einigung: Neben einem Gehaltszuwachs gab es für die Postler vor allem eine umfassende Jobgarantie bis 2019. Allerdings bleiben die Wochenarbeitszeit und auch die neuen Paketgesellschaften mit weniger Lohn für die Paketzusteller.

Von Lutz Benseler

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