Waldeck-Frankenberg.

Im Notfall über die Landesgrenze

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- Willingen/Diemelsee/Diemelstadt. (lb). Wer in Willingen, Diemelsee und Diemelstadt außerhalb der regulären Praxiszeiten dringend ärztliche Hilfe benötigt, muss seit dem 1. Februar über die Landesgrenze fahren.

Anlaufstellen für Notfallpatienten und Kranke sind nachts, an Wochenenden und Feiertagen nicht mehr die Arztpraxen, sondern zentrale Notfalldienstpraxen an den Krankenhäusern in Brilon, Marsberg, Winterberg und Warburg. Die drei Upländer Ärzte Dr. Dirk Bender, Dr. Bodo Flake und Karl-Heinz Woywod sowie ihre beiden Adorfer Kollegen Dr. Claus Haeser und Dr. Hans-Jürgen Dzillak haben sich dem ärztlichen Notfalldienst in Westfalen-Lippe angeschlossen. Auch Christian Gehrmann und Martin Gräbe aus Rhoden und Dr. Jürgen König aus Wrexen arbeiten mit einer zentralen Notfallpraxis im Nachbarland zusammen. So soll die Bereitschaft sichergestellt und die Arbeitsbelastung der Mediziner reduziert werden.

Hintergrund ist eine Vorgabe der Kassenärztlichen Vereinigung, dass ein Notdienst aus mindestens 15 Ärzten zu bestehen habe. Die Upländer Ärzte etwa hatten sich bislang den Notdienst mit ihren Adorfer Kollegen zu fünft geteilt. „Jeder von uns hat bisher rund 70 Notdienste im Jahr absolviert und das dann rund um die Uhr“, sagt Dr. Bodo Flake. Eine Zusammenarbeit mit Korbacher Kollegen war nicht zustande gekommen. Deshalb habe die Kassenärztliche Vereinigung Hessen die Kooperation mit den Westfalen angebahnt, die ihre Notdienste zum 1. Februar auf ein neues zentralisiertes System umgestellt habe, so Flake. Künftig rechne er mit etwa 20 Notdiensten, die jeweils bis 22 Uhr begrenzt seien. Danach übernimmt die jeweilige Krankenhausambulanz den Dienst bis 8 Uhr am Folgetag.

Und das ändert sich für die Patienten: Sie müssen sich außerhalb der Praxiszeiten ihrer Hausärzte zunächst an ein Callcenter in Duisburg wenden. Unter der kostenpflichtigen zentralen Nummer 0180/5044100 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent pro Minute) berät nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe medizinisch geschultes Personal wie Arzthelferinnen, Krankenschwestern oder Rettungssanitätern die Patienten.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Dienstag, 8. Februar

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