Die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg engagiert sich seit 15 Jahren für Familien in Not

Oberstes Gebot: Unbürokratische Hilfe

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Korbach - Kinder, die an Krebs erkrankt sind, werden in Waldeck-Frankenberg nicht allein gelassen. Seit 15 Jahren unterstützt die Kinderkrebshilfe sie und ihre Familien – dank eines großen Zuspruchs aus der Bevölkerung.

Korbach. In den vergangenen 15 Jahren kam eine Spendensumme von rund einer Million Euro zusammen, erklärt Vorsitzender Thomas Berg. Das Geld gab der Verein weiter an insgesamt rund 40 Familien mit krebskranken Kindern, außerdem trug er 2009 mit 170 000 Euro zur Finanzierung des Elternhauses in Kassel bei. „Zur Zeit helfen wir 21 an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien mit unterschiedlichsten finanziellen Maßnahmen“. Auch wenn materielles Denken angesichts der Krankheit in den Hintergrund rückt – muss ein Elternteil seine Arbeit aufgeben, um sich um das kranke Kind zu kümmern oder fallen über Monate hohe Fahrtkosten zur Klinik an, kommen finanzielle Belastungen auf die Familien zu, die allein nicht immer zu schultern sind. Es war der Kinderarzt Dr. Michael Ehrlich, der im Sommer 1997 den ersten Schritt ging auf dem langen Weg, krebskranken Kindern und ihren Familien zu helfen: Während des Hessentags in Korbach lud er zusammen mit Otto Lange ins „Korbacher Café“, das von heimischen Vereinen betrieben wurde, zur konstituierenden Versammlung. Michael Ehrlich wurde zum Vorsitzenden gewählt, Otto Lange zu seinem Stellvertreter, Gitta Brüne, Cornelia Korb, Christine Schmidt und Christoph Knebel waren Beisitzer. Michael Ehrlich versprach damals, der Verein werde „schnell und unbürokratisch spürbare Hilfe leisten“, wenn ein Kind an Krebs erkranke. Dieses Versprechen hielten er und Otto Lange ein – und auch für ihre Nachfolger ist die unbürokratische schnelle Hilfe oberstes Gebot geblieben. Dass sie die leisten können, ist dem großen Zuspruch zu verdanken, den der Verein in der Region erfuhr: Ehrlich und Lange waren weithin bekannt, setzten von Anfang an auf Öffentlichkeitsarbeit und den Förderkreis mit dem Einbinden der Vereine auf eine breite Basis. 190 Mitglieder Die Hälfte des Reingewinns aus der Bewirtschaftung des Hessentags-Cafés diente dem Verein als Grundkapital und schon ein halbes Jahr nach der Gründung waren 30 000 Mark auf dem Spendenkonto zusammen gekommen – Mitarbeiter von Firmen verzichteten auf ihre Weihnachtsgeschenke, Frauen und Männer privat auf Geburtstagsgeschenke, Vereine und Gruppen richteten Feste für den guten Zweck aus. Hatte der „Förderverein für krebskranke Kinder“, wie er zunächst hieß, sein Wirken auf Korbach und seine Ortsteile beschränkt, engagierte er sich zunehmend für ganz Waldeck-Frankenberg; 2007 wurde er entsprechend umbenannt in „Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg“. 2003 übernahm Thomas Berg den Vorsitz von Michael Ehrlich, ein Jahr später übergab Otto Lange den Stellvertreterposten an Jochen Wagner. Seit 2008 ist Sandra Pawelczyk stellvertretende Vorsitzende. Inzwischen hat der Verein mehr als 190 Mitglieder. 2003 und 2010 organisierte die Kinderkrebshilfe Typisierungsaktionen; bei der ersten ließen sich 550 Frauen und Männer typisieren, sieben Jahre später 2600. Jährlich veranstaltet der Verein eine Fahrt für die Familien, um Freude zu bereiten und eine Plattform zum Austausch zu bieten. „Wir danken allen Spendern. Ohne sie könnte die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg nicht arbeiten“, unterstreicht der Vorsitzende. Dankbarkeit ist auch für die Vorstandsmitglieder der Kinderkrebshilfe eine Motivation, sich zu engagieren. Diana Asmuth wurde seinerzeit als erstes Mädchen vom Förderverein unterstützt, als sie an Krebs erkrankte, und möchte nun „etwas von dem zurück geben, was ich vom Verein an Hilfe erfahren habe“. Heiko Stremme weiß aus eigener Erfahrung: „Lieber jeden Tag zwölf Stunden arbeiten, als einen Tag mit seinem Kind im Krankenhaus sein“. Und Franz Kirchner arbeitet seit Anbeginn im Verein mit, „weil es einfach eine gute Sache ist.“ Eine gute Sache, die ihnen auch selbst durchaus nahe geht. Auf die Frage, wie sie das Leid der Familien aushalten, das ihnen in ihrer Aufgabe nicht verborgen bleibt, sagt Sandra Pawelczyk: „Man hofft mit, und man weint auch manchmal mit. Das gehört dazu.“

Spielfest mit Durstewitz

Beim 7. Korbacher Spielfest, das am Sonntag, 12. August, um 12 Uhr im Korbacher Stadtpark beginnt, präsentiert sich auch die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg zum 15-jährigen Bestehen mit Informationen und Programm: Gegen 13 tritt der Sänger Christian Durstewitz auf. Auch die „Green Pipers“ haben sich angemeldet und es gibt eine große Tombola mit attraktiven Preisen. (md)

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