Ortsvorsteher fürchtet Verdrängungswettbewerb · Dauerausstellung im Kurgarten-Treff angedacht

„Offener Preiskampf“ in Willingen

Willingen. - Der Willinger Ortsvorsteher Michael Wilke beklagt einen „offenen Preiskampf“ im örtlichen Beherbergungsgewerbe.

Wilke sprach das Thema in der Sitzung des Ortsbeirats, die am Dienstag im Sporthotel „Zum Hohen Eimberg“ stattfand, an. „Manche kleine Betriebe sehen sich durch die enorme Zunahme der Bettenkapazität in ihrer Existenz bedroht“, erklärte er. „Doch schlimmer noch: Es ist ein offener Preiskampf entstanden.“ Ein Hotel, das früher stets Hotelpreise genommen habe, gehe jetzt in der Woche in das Preissegment der Kleinbetriebe und Pensionen. „Mich haben mehrere Klagen von Gastronomen aus dem Ort erreicht, deren Gäste angesichts des neuen attraktiven Angebots ihr Quartier gewechselt haben.“

Früher habe man ein Hotel am Hotelpreis und eine Pension am Pensionspreis erkannt. „Das muss wieder so werden, um nicht einen Verdrängungswettbewerb in Gang zu setzen“, forderte der Ortsvorsteher. „Willingen braucht alle - Groß- und Kleinbetriebe.“

Sorge bereitet ihm und seinen Ortsbeiratskollegen auch der Einwohnerschwund. Die Zahl der Personen mit Erstwohnsitz in der Gemeinde Willingen (Upland) ist in den letzten Jahren von 6444 im Jahr 2007 auf 5964 in diesem Jahr zurückgegangen (die WLZ berichtete darüber). So wichtig für Willingen der Tourismus auch sei, so wichtig sei es auch, Gewerbebetriebe mit neuen Arbeitsplätzen in ganz anderen Berufssparten anzusiedeln. „Die A 46 geht bald bis Nuttlar“, verwies Michael Wilke auf die zukünftige bessere Verkehrsanbindung. Eine Chance, Menschen im Upland zu halten, sieht er in der Schaffung eines großflächigen Gewerbegebiets am Stryckbahnhof, das dann sogar über einen Bahnanschluss verfügen würde.

In der Ortsbeiratssitzung warf Wilke einen Blick zurück auf die Themen, die das Gremium in den letzten Monaten bewegt haben, angefangen von der zukünftigen Nutzung der alten Volksschule über den eventuellen Bau einer Schutz- und Grillhütte bis hin zu verschiedenen Baumaßnahmen.

Zwei weitere Themen sollen noch in diesem Monat in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Gemeindevorstand besprochen werden. Zum einen geht es um das Bauvorhaben der Seilbahn im Bereich des Köhlerhagens (die WLZ berichtete darüber), zum anderen um eine von heimischen Künstlern gewünschte Dauerausstellung in der Kurgartenhalle. Die Überlegungen gehen dahin, die dort befindliche Bücherei möglicherweise nicht weiterzubetreiben und stattdessen eine ganzjährige Ausstellung mit Animation für Gäste zu installieren. Die Betreuung würden die Künstler, die alljährlich die Ausstellung „Kunst im Upland“ auf die Beine stellen, selbst übernehmen. Im Außenbereich soll eventuell ein „Kunstweg“ mit mehreren Kunstwerken angelegt werden. Wie Michael Wilke in diesem Zusammenhang mitteilte, sollen die anderen Funktionen der Kurgartenhalle erhalten bleiben.

Der Ortsbeirat wies auf Baumängel im Bereich der Rosenstraße hin. Er bat um deren umgehende Beseitigung und um die Anbringung eines Geländers zur Verkehrssicherung. Enttäuscht zeigten sich die Mitglieder darüber, dass in diesem Jahr in der Schwalefelder Straße keine Weihnachtsbeleuchtung angebracht wurde. (bk)

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