Comedian gastierte mit Musikern in der Korbacher Stadthalle – „Sexy forever“

Olaf Schuberts Antworten auf die Fragen der Welt

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Es gibt kein Thema, das für Olaf Schubert zu hoch, zu banal oder zu intim ist.

Korbach – Mit aktuellen und kuriosen Themen aus Politik, Gesellschaft und persönlichem Leben sowie gelegentlichen Ausflügen ins Intime unterhielt Olaf Schubert Hunderte von Fans am vergangenen Donnerstag in der Stadthalle. Dabei war ihm kein Thema zu hoch, zu banal oder zu intim.

Der Comedian trat auf, wie man ihn kennt: Pullunder mit Rautenmuster und ausgewaschene Jeans. Zur Formation „Olaf Schubert und seine Freunde“ gehörten auch „Herr Stephan“ mit Bass, Trompete und Gesang sowie Jochen Barkas mit Gitarre und Gesang, die nicht nur zur musikalischen Bereicherung beitrugen, sondern auch wiederholt als Opfer für Schuberts Anspielungen herhalten mussten.

„Sexy forever“ heißt das aktuelle Programm, das er „zwischen Korbach und Dresden“, seiner Heimatstadt, auf die Bühne bringt. In einer Stadthalle mit angeschlossenen Schwimmbad sei er noch nie aufgetreten, ließ er zu Beginn wissen und riet schon mal zum „Sprung vom Beckenrand“ in der Pause. Ansonsten stellte er sich den „großen Fragen der Welt“ und startete gleich mit Kapitalismuskritik á la Schubert in die Vollen. Ausbeutung, Lohndumping und Kinderarbeit waren die vorherrschenden Themen, aber auch Politik, Bildung und Technik hatte er auf der Agenda.

Die starken Männer und Frauen der Weltpolitik bekamen auch ihre Hiebe: Trump, Putin und Angela Merkel. Dass manche meinten, Frau Merkel sei zu lange an der Macht, könne er indes nicht verstehen: 13 Jahre Merkel seien doch nichts gegen 30 Jahre Honecker, die er erleben musste.

Weiter ging es in flottem Tempo in Richtung Migranten. Hier beklagte er den „braunen Feinstaub“ in seiner Heimatstadt Dresden, um dann in wenigen Gedankensprüngen bei der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zu landen: „Die Hubschrauber haben null Hub“. Zwischendurch gab es immer wieder selbst gemachte Songs, mal zur eigenen dilettantischen Gitarrenbegleitung, mal mit Band – immer schräg und schrill, doch für das Publikum eine willkommene Abwechslung.

Auch Familie und Beziehungen waren wichtige Themen für den Comedian, und er hatte jede Menge Tipps auf Lager. In der Schönheitschirurgie kennt er sich ebenfalls bestens aus. Schubert kennt keine Tabus oder Geschmacksgrenzen. Gelegentliche Ausflüge unter die Gürtellinie schmerzten da schon etwas.

Auch zu wissenschaftlich-technischen Details wusste er sich zu äußern, erklärte den Hybridantrieb in pseudowissenschaftlichen Kauderwelsch und verzapfte viel Blödsinn.

Dabei ist er ein Meister der Sprache, kann gleichzeitig perfekt und druckreif formulieren, um kurz danach wieder in flaches Geschwätz überzugehen. Gekonnt spielt er mit Worten und setzt geschickt Pointen. Und er ist top aktuell: „Dass Jugendlichen die Umwelt plötzlich wichtiger ist als Party, macht mich schon stutzig“.

Ein zweistündiges Programm als Alleinunterhalter konzentriert durchzuziehen, dabei noch viele aktuelle Themen wortreich und witzig zu bedienen, waren die Stärken seines Auftritts. Auch wenn Comedy sich immer in Grenzbereiche wagt, gab es allerdings schon die einen oder anderen deftig flachen Sprüche, die die Geschmacksnerven einzelner Besucherinnen und Besucher etwas überstrapazierten. Der Auftritt von Olaf Schubert wäre gut ohne diese Ausflüge ausgekommen. (os)

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