Gebürtiger Goddelsheimer beim defizitären Autobauer ohne Glück

Opel-Chef Stracke zurückgetreten

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Rüsselsheim/Lichtenfels - Der gebürtige Goddelsheimer Karl-Friedrich Stracke ist als Vorstandsvorsitzender des defizitären Autobauers Opel zurückgetreten. Er habe auch den Posten als Präsident von General Motors Europe abgegeben, teilte die Adam Opel AG am Donnerstag ohne Angabe von Gründen mit.

Stracke werde Sonderaufgaben für GM übernehmen. GM-Vize Stephen Girsky, der auch dem Opel-Aufsichtsrat vorsitzt, wird die Geschäfte von GM in Europa kommissarisch leiten. Die Suche nach einem Stracke-Nachfolger habe bereits begonnen, berichtete der Autobauer: „Der Opel-Aufsichtsrat wird in Kürze einberufen, um einen kommissarischen Opel-Vorstandsvorsitzenden zu benennen.“

Stracke war im April 2011 an die Spitze von Opel gerückt, um den defizitären Autobauer zurück in die Gewinnzone zu führen. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Zudem leidet der Autobauer besonders stark unter der Krise im Euroraum: Der Absatz ist zuletzt kräftig gesunken. Im Januar 2012 war er zudem zum Präsidenten von GME ernannt worden.

Stracke wurde im Juni 1956 in Goddelsheim geboren, wo seine Eltern Fritz und Elfriede eine Landwirtschaft betrieben, die heute die Söhne Rainer und Gerd fortführen. Karl-Friedrich Stracke besuchte die Volksschule im Dorf, ging dann zur Realschule in Korbach und später zur Fachoberschule in Frankenberg. Nach dem Maschinenbau-Studium in Kassel begann er 1979 bei Opel. Von 1995 bis 1999 war er Werksleiter in Bochum. Danach übernahm er Führungspositionen des GM-Konzerns in Deutschland und den USA. Zuletzt war der Opel-Chef, der mit seiner Familie in Alzey lebt, im Mai auf Einladung der Kfz-Innung Waldeck-Frankenberg in Korbach zu Gast.

Überrascht reagierte Opel-Händler Holger Behlen (Korbach und Frankenberg) gestern Abend auf den Rücktritt: „Wir hatten am 29. Juni noch eine Händlertagung, auf der Stracke gesprochen hat.“ Er habe den Opel-Chef bei vielen Veranstaltungen im Landkreis als verlässlichen und bodenständigen Mann kennengelernt. Behlen rechnet nicht mit gravierenden Auswirkungen auf den Kurs des Autobauers: „Ich denke, dass der Weg fortgesetzt wird, den Stracke eingeschlagen hat.“ (lb/dpa

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