IBAN-Nummer gehörte zu Konto in Lettland

Fingierte Rechnung: Opfer sollte 870 Euro ans Amtsgericht Korbach zahlen

Korbach. Die Polizei Waldeck-Frankenberg warnt vor betrügerischen Rechnungen vermeintlicher Behörden. In einem aktuellen Fall sollte das Opfer 870 Euro an das Amtsgericht Korbach überweisen. 

Die Kontonummer stammte aber aus Lettland. „Immer wieder fallen Menschen auf betrügerische Rechnungen von vermeintlichen Behörden herein“, warnt Polizeisprecher Volker König. „Sie werden per E-Mail oder mit der Post zugestellt.“ Auf diesem Wege seien fingierte Rechnungen von der GEZ, von Telefonanbietern, Staatsanwaltschaft, Verwaltungen oder wie im jüngsten Fall vom Amtsgericht Korbach im Umlauf. 

„All diese betrügerischen Schreiben haben eines gemeinsam: Sie zielen darauf ab, leichtgläubigen Opfern ihr Geld aus der Tasche zu ziehen“, sagt König. „Da die Drahtzieher meistens im Ausland sitzen, ist das Geld im Falle einer Zahlung unwiederbringlich verloren.“ 

So sieht die betrügerische Rechnung im Namen des Amtsgerichts Korbach aus.

Und die betrügerischen Schreiben seien immer besser gemacht – sähen also echter aus. König: „Waren sie vor einiger Zeit noch mit Rechtschreibfehlern behaftet, die durch die von Übersetzungsprogrammen herrühren, sind diese heute kaum noch zu finden. Erkennen kann man sie nur, wenn man sehr aufmerksam ist.“ 

Im jüngsten Fall aus dem Landkreis sollte ein Betrag von 870 Euro für die Neueintragung eines Gewerbebetriebes in das Handelsregister gezahlt werden, berichtet der Polizeihauptkommissar. Aufgefallen sei der versuchte Betrug erst durch den anhängenden Zahlungsbeleg, der eine IBAN-Nummer für Lettland angegeben habe. Als Zahlungsempfänger sei aber die Zahlstelle des Amtsgerichts Korbach genannt worden. 

Tipps der Polizei

  • Rechnungen aufmerksam lesen und auf Ungereimtheiten achten, wie fehlende Daten des Rechnungsstellers oder Rechtschreibfehler. • Wenn Zweifel an der Echtheit der Rechnung bestehen, vor Zahlung den Rechnungssteller kontaktieren. 
  •  Achten Sie auf die IBAN-Nummer. Soll die Zahlung auf ein ausländisches Konto geleistet werden, liegt Betrug nahe. • Kontaktieren Sie im Zweifel die Polizei. 

Rubriklistenbild: © Polizei

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