Geschichtsvereins Itter-Hessenstein restauriert 200 Jahre altes Ortsschild und übergibt es dem Ort D

Ortsschild erzählt stürmische Geschichte

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Das fast 200 Jahre alte Ortsschild aus Dorfitter übergab Volker König vom Geschichtsverein Itter-Hessenstein am Donnerstag an Axel Großmann, Ortsvorsteher in Dorfitter, und Mitglieder des Ortsbeirats.

Vöhl-Dorfitter - Zum Erinnern will das alte schwarze Ortsschild einladen, das seit Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus in Dorfitter hängt. Der Geschichts- verein Itter-Hessenstein hat es gefunden, res- tauriert und nun dem Ortsbeirat übergeben.

Es ist ein unscheinbares Schild mit wenigen Worten. Um es zu lesen, wollen die Finger über das schwere Gusseisen streichen. Doch hinter dem großen, schweren Ortsschild, das seit Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus in Dorfitter hängt, verbirgt sich eine spannende Geschichte.

Und so entstehen vor den Augen der Betrachter beim genaueren Hinsehen und - wenn Volker König vom Geschichtsverein in der Nähe ist - beim Hinhören, Bilder aus stürmi-schen Zeiten. Fast 200 Jahre dürfte das Schild alt sein, das seit Jahren auf einer Jauchegrube lag, bevor sich der Geschichtsverein des besonderen Zeitzeugen annahm und es restaurierte. Bei genauem Hinsehen sind nun die Schriftzüge wieder erkennbar: Filialdorf Dorfitter - Kreis Vöhl - Landgericht Vöhl.

Nun kann es wieder erzählen - von jenem spannenden Jahr 1821, als die Herrschaft Itter eine Verwaltungsreform erlebte und das Großherzogtum Hessen in Kreise aufgeteilt wurde. Die kleine Enklave zwischen Wal- deck und Hessen wurde zum Kreis Vöhl ernannt - mit einem eigenen Landgericht. Und damit erklärt sich dann auch die Inschrift. Dorfitter wurde zum Filialdorf und Vöhl zum Kreis.

„Das währte allerdings nur bis 1832“, erzählte Geschichtsvereinsvorsitzender Volker König bei der feierlichen Übergabe des Schildes. Damals nämlich wurde der Kreis Vöhl aufgelöst und auf der Suche nach Verbündeten Biedenkopf gefunden. Beide Kreise wurden zusammengelegt. 1852 feierte Vöhl dann erneut seine Selbstständigkeit als Kreis, wurde ohne Stadtrechte zur Kreisstadt ernannt und empfing seine Besucher wieder mit jenen großen, robusten Ortsschildern. 19 Ortschaften gehörten damals zum Kreis Vöhl, die nur entfernt vergleichbar sind mit den heutigen Ortsteilen. Als die Herrschaft Itter 1866 an Preußen fiel, mussten die alten Schilder weichen. „Also wissen wir, dass dieses alte Ortsschild zwischen 1821 und 1866 am Ortseingang von Dorfitter hing“, sagt König.

Als der Geschichtsverein das Schild fand, war es bereits in drei Teile zersprungen, von denen einer nicht mehr auffindbar war. Mithilfe eines alten Ortsschildes aus Thalitter rekonstruierte der Verein die Tafel und ergänzte fehlende Buchstaben.

Für die standesgemäße Befestigung ließ der Heimat- und Kulturverein aus Dorfitter in der alten Enser Schmiede guss- eiserne Haken herstellen. „Wir freuen uns über die Tafel“, erklärte dann Dorfitters Ortsvorsteher Axel Großmann, „es ist gut, dass sie nach Dorfitter zurückgekehrt ist“.

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