Giebringhausen

Ortssippenbuch erscheint nach zehn Jahren Recherche am 30. Oktober

- Diemelsee-Giebringhausen (nv). 378 Seiten im DIN A4-Format, Gewicht eineinhalb Kilogramm: Das sind die Maße des von Friedrich Wilke und Gerhard Behle erstellten Ortssippenbuches Giebringhausen. 375 Exemplare, viereinhalb Zentner Geschichte sind ab Samstag, 30. Oktober, zu haben.

„Die Druckerei hat angerufen. Die Bücher sind da und werden am Samstag direkt in die Diemeltalhalle geliefert“, freut sich Friedrich Wilke auf die feierliche Übergabe am 30. Oktober um 19.30 Uhr in der Diemeltalhalle. „Ich bin froh, dass es geschafft ist“, betont der Giebringhäuser mit Blick auf den Korrekturabdruck. 1999, ein Jahr vor seinem Ruhestand, hatte er sich das erste Mal mit dem Gedanken befasst, als Rentner das Ortssippenbuch für sein Dorf zu erstellen. „Für mich war das absolutes Neuland“, berichtet Wilke.

In den ersten zwei Jahren geht es zügig voran, dann aber bremsen gesundheitliche Probleme und Schäden im eigenen Wald durch Orkan Kyrill Wilke aus. Nur seine Frau Helme sowie die Söhne Reinhard und Stefan motivieren den Diemelseer zum Weitermachen. Wirtschaftsmathematiker Stefan Wilke legt seinem Vater zum Beispiel per Computer eine Maske an, in die er die unzähligen Familiendaten eintragen und diese ergänzen kann, ohne die Nummerierung und Querverweise zu Sippenbüchern anderer Ortsteile stets überarbeiten zu müssen.

Inzwischen liegen – für den Autor selbst kaum fassbar – die Stammdaten von 848 Familien vor. Informationen über die ältesten Giebringhäuser Sippen Gerhardt (1648 bis heute) und Bornemann (1680 bis 2003) gehören ebenso zu den wertvollen Entdeckungen wie bemerkenswerte Randgeschichten. „Ich bin zum Beispiel auf eine Frau aufmerksam geworden, die 1810 gestorben ist und der zuvor, also vor 200 Jahren, eine Brust abgenommen worden war“, staunt der Diemelseer.

In die Zeit der Digitalisierung der Dorfgeschichte durch Sohn Stefan fällt ein weiterer Glückstreffer: Wilke kann den gebürtigen Giebringhäuser Gerhard Behle als Autor des ortsgeschichtlichen Teils, der etwa ein Drittel des Sippenbuches ausmacht, gewinnen. „In diesem Moment wusste ich, dass es jetzt etwas wird mit dem Ortssippenbuch“, lächelt Wilke. „Ich habe 20 Jahre lang in Giebringhausen gelebt und hatte über meine Mutter immer engen Kontakt. Diese Verbindung ist nie erloschen, sonst hätte ich die Chronik nicht bearbeitet“, erklärt der Briloner seine Motivation.

Mehr über Ortssippenbuch und Autoren lesen Sie in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 23. Oktober 2010.

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