Osterfeuer der Korbacher Burschenkompanie

„Pengel“ am Samstag wieder in Flammen

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Bauen das traditionelle Osterfeuer auf dem Pengel bei Korbach auf: (von links) Stefan Rube, Oberjäger der Burschenkompanie, sowie Louis Zahradnik und Jochen Rube.

Korbach - "Pengel in Flammen" heißt es am Samstag wieder in Korbach: Die Burschenkompanie lädt zum traditionellen Osterfeuer. 

Mit dem Radlader schiebt Stefan Rube eine letzte Ladung Äste in den Stapel. Das Holz knackt, selbst die schweren Baumstämme im aufgetürmten Haufen bewegen sich um einige Zentimeter. „Es ist nicht das höchste, von der Masse her aber sicher eines der größten Osterfeuer im Umkreis“, sagt Rube, Oberjäger der Burschenkompanie. Weithin sichtbar wird es am Samstag am „Pengel“ lodern.

Das Wetter soll gut werden, die Burschen der Korbacher Schützengilde rechnen mit einigen Hundert Besuchern. Das wäre der verdiente Lohn für die Arbeit: Mit ersten Vorbereitungen, Getränke- und Essensbestellungen haben die Jungschützen schon im Januar begonnen. „Richtig los ging es vor 14 Tagen. Wir haben Werbeschilder aufgestellt, Flyer verteilt, den Verkaufsstand aufgebaut“, sagt Rube. Landwirte und Firmen unterstützen die Burschen, stellen Trecker, Radlader, Lastwagen und Stromaggregate. Handfeste Hilfe erhalten sie auch von ihren Familien, den Altburschen und der Nachtwächtergilde „Pulweköppe“.

„Kurz bevor es losgeht, muss dann noch einmal das Holz umgeschichtet werden“, sagt Rube. Das Anzünden schließlich ist eine Zeremonie, die dem Burschenkönig und dem Burschenmeister vorbehalten ist: Mit Gasfackeln entflammen sie strategisch um den Holzstapel verteilte Strohhaufen.

Eine junge Frau fotografiert am Samstagabend  das Korbacher Osterfeuer am Pengel mit ihrem Smartphone. Hunderte Besucher folgen der Einladung der Burschenkompanie der Schützengilde, die den "Pengel in Flammen" ausrichtet.

Seit 1989 lädt die Burschenkompanie der Schützengilde jedes Jahr zum „Pengel in Flammen“ am „Pengel“ Richtung Ense. Die Anfänge des Osterfeuers liegen freilich noch weiter zurück. Am heutigen Fischerweg am Waldecker Berg hatten die Mitglieder der Burschenkompanie Anfang der 1970er-Jahre einen heimeligen Platz gefunden – anfangs nur für sich.

Doch nach und nach sprach sich die interne Veranstaltung herum, sodass die Burschen immer mehr Besucher begrüßen durften. Im wenige hundert Meter entfernten „Obstgarten“ hatten die Besitzer in den 1970ern einen Teil der Plantage roden lassen, was plötzlich Platz fürs Osterfeuer bot.

In den 1980er-Jahren entstand allerdings am Südring zwischen Ellerbruch, Flugplatz und Korbacher Spalte ein neues Wohnbaugebiet. Nach und nach rückten die Häuslebauer dem Osterfeuer an die züngelnde Glut. Aus Brandschutzgründen durften die Burschen am 2. April 1988 zum letzten Mal in den ehemaligen Obstgarten einladen. Am Pengel fanden sie im Folgejahr einen neuen Platz für ihr Fest.

Termin: Zum traditionellen Osterfeuer „Pengel im Flammen“ lädt die Burschenkompanie der Korbacher Schützengilde am Samstag, 20. April, ab 18.30 Uhr.

Das ist bei einem Osterfeuer zu beachten: 

Sie sollen den Winter vertreiben und den Frühling begrüßen: Osterfeuer. Nach alter Tradition werden am Ostersamstag und Ostersonntag wieder auf vielen Anhöhen des Kreises die Flammen lodern. Doch beim Abbrennen von Ästen, Reisig und Stroh sind einige Regeln zu beachten, damit die Natur keinen Schaden nimmt, sagt Ann-Katrin Heimbuchner, Pressesprecherin des Landkreises Waldeck-Frankenberg. „Zunächst gilt es, den richtigen Standort auszuwählen“, sagt Heimbuchner. 

  • Standort: Geeignet seien „vegetationslose Flächen“. Schutzwürdige Lebensräume wie Trockenrasen, Hecken, Baumbestände und Wegraine dürfen nach Auskunft des Fachdienstes Natur- und Landschaftsschutz des Kreises dagegen „nicht beeinträchtigt werden“. 
  • Abstand: Zu bewohnten Gebäuden, Naturschutzgebieten und Wäldern müssen 100 Meter Abstand gehalten werden; zu Straßen und Eisenbahnstrecken 50 Meter, zu sonstigen Gebäuden, Bäumen, Hecken und Feldrainen immerhin noch 35 Meter. 
  • Zeitraum: Brennmaterial für die Osterfeuer darf frühestens eine Woche vor dem Abbrennen angefahren und aufgeschichtet werden. Falls schon früher aufgeschichtet wurde, ist laut Kreisverwaltung kurz vor dem Abbrennen ein Umschichten des Holzstapels erforderlich, um zu vermeiden, dass Tiere in den Flammen umkommen. 
  • Brennstoffe: Zulässig zum Verbrennen sind Reisig, Astwerk und Stroh. Verboten ist es hingegen, Abfälle im Osterfeuer zu verbrennen. Als Beispiele für verbotene Stoffe nennt Ann-Katrin Heimbuchner Autoreifen und Düngemittelsäcke. „Zum Entzünden des Feuers sollten auf keinen Fall brennbare oder giftige Flüssigkeiten verwendet werden, da diese zum Teil im Boden versickern und Boden und Grundwasser verseuchen können“, erklärt die Kreis-Pressesprecherin abschließend.

Welche Genehmigungen sind für ein Osterfeuer erforderlich?

Wenn Vereine ein großes Osterfeuer abbrennen wollen, ist dafür eine behördliche Genehmigung oder zumindest eine Anmeldung erforderlich. Darauf weist Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, hin. Zuständig seien dafür in der Regel die jeweiligen Ordnungsämter. Diese könnten Auflagen machen oder ein Osterfeuer auch aus Sicherheitsgründen untersagen. Feuer mit naturbelassenem Holz sei meistens erlaubt. Gartenabfälle, behandeltes Holz oder Plastik hätten im Osterfeuer nichts zu suchen.

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